EU-Gleichbehandlungsstelle

Jahreskonferenz 2019: EU-Zuwanderer und ihre Arbeitsmarktintegration

Erwerbschancen unter fairen Arbeitsbedingungen steigern

Auf der diesjährigen Jahreskonferenz am 25. November im Umweltforum Berlin stand die Arbeitsmarktsituation der EU-Zuwanderinnen und Zuwanderer in Deutschland im Mittelpunkt. 

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus anderen EU-Staaten tragen wesentlich zum wirtschaftlichen Wohlstand in Deutschland bei. Sie werden als Fachkräfte dringend gebraucht und sind aus vielen Branchen nicht wegzudenken. Immer wichtiger wird es daher, nachhaltig gute Arbeitsbedingungen für EU-Arbeitskräfte zu sichern. Die diesjährige Konferenz der EU-Gleichbehandlungsstelle mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Annette Widmann-Mauz, beriet am 25. November 2019 darüber, wie die Arbeitnehmerfreizügigkeit unter fairen Arbeitsbedingungen noch besser umgesetzt werden kann.


Deutschland muss dauerhaft attraktiv für Fachkräfte aus der EU bleiben 

Teilnehmer der Podiumsdiskussion sitzen auf Sesseln und tauschen sich aus. Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion: Dr. Carola Burkert, Michael van der Cammen, Ruxandra Empen, Dr. Marius Clemens, Dr. Anna Robra (v.l.n.r.) neben Tanja Samrotzki (Moderation)  Quelle: Integrationsbeauftragte / Pritzkuleit

Die Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration Widmann-Mauz sagte: „Mit über 600.000 neu zugewanderten Menschen pro Jahr, sind EU-Bürgerinnen und Bürger die mit Abstand größte Einwanderer-Gruppe in unserem Land. Als Arbeitskräfte sind sie unentbehrlich und halten den Wachstumsmotor am Laufen. Wir sind daher gut beraten, dafür zu sorgen, dass Deutschland dauerhaft attraktiv für Fachkräfte aus der EU bleibt. Dazu gehört, dass wir Arbeitsausbeutung bekämpfen, Diskriminierung vorbeugen und Beschäftigte aus anderen EU-Ländern dabei unterstützen, eine ihrer Ausbildung entsprechende Arbeit zu finden.“

EU-Beschäftigte: „unverzichtbar und unsichtbar“

Nach der Eröffnung durch Staatsministerin Widmann-Mauz hielt Dr. Carola Burkert vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) einen Impulsvortrag. Ihre Aussage: EU-Arbeitnehmerinnen und –Arbeitnehmer sind „unverzichtbar und unsichtbar“. Ihre Bedeutung könne besonders in der Gastronomie, der Pflege- und der Baubranche kaum unterschätzt werden, dennoch werde ihnen, auch in den Medien, bislang noch recht wenig Beachtung geschenkt. Auf dem Podium tauschten sich mit Dr. Carola Burkert, Dr. Marius Clemens vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, Michael van der Cammen, Leiter des Bereichs Migration und Geflüchtete der Bundesagentur für Arbeit, Dr. Anna Robra von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände sowie Ruxandra Empen vom Deutschen Gewerkschaftsbund namhafte Experten und Expertinnen über die aktuellen Herausforderungen und Verbesserungsmöglichkeiten bei der Integration von Unionsbürgerinnen und -bürgern in den deutschen Arbeitsmarkt lebhaft aus.

Konkrete Schritte zur besseren Arbeitsmarktintegration 

Mehrere Teilnehmer der Konferenz stehen in lockererer Runde zusammen und sprechen miteinander Netzwerken in lockerer Atmosphäre: Teilnehmer der Konferenz tauschen sich zwischen den Programmpunkten aus Quelle: Integrationsbeauftragte / Pritzkuleit

Im Anschluss hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz die Möglichkeit, in drei unterschiedlichen Workshops konkrete Maßnahmen zu diskutieren, die bei der Arbeitsmarktintegration von EU-Bürgerinnen und Bürgern helfen können. Im Workshop 1 "Arbeitsmarktförderung stärken" wurden u.a. die Ergebnisse eines Projekts vorgestellt, das die Gleichbehandlungsstelle EU-Arbeitnehmer gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit 2018 initiiert hat. Ziel des Projekt war es,  Unionsbürgerinnen und -bürger im Austausch mit den Jobcentern zu unterstützen und strukturelle Probleme sichtbar zu machen. Mit konkreten Fallbeispielen wurden Hürden identifiziert, die ihnen die Wahrnehmung ihrer gegebenen Rechte gegenüber der Arbeitsverwaltung erschweren. Ziel war außerdem, dass die Agenturen noch stärker darauf achten, dass EU-Bürgerinnen und -bürger ihrer Qualifikation entsprechend beschäftigt werden.

In Workshop 2 wurden die bestehenden arbeitsrechtlichen Beratungsnetzwerke und die Neuerungen bei der Bekämpfung von Arbeitsausbeutung durch das im Juli 2019 in Kraft getretene Gesetz gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch vorgestellt sowie weiterer Handlungsbedarf diskutiert.

In Workshop 3 wurden bestehende und geplante Initiativen und Maßnahmen auf europäischer Ebene vorgestellt, die auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für EU-Beschäftigte in anderen Mitgliedsländern abzielen. Dazu gehörten die neue Europäische Arbeitsbehörde (ELA) und die reformierte Entsende-Richtlinie.

Ausführliche Informationen zum Programmablauf sowie alle Vorträge der Veranstaltung stehen Ihnen in der rechten Spalte zum Download zur Verfügung.

Mittwoch, 27. November 2019