EU-Gleichbehandlungsstelle

FAQ Schule

Nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO) ist keine bestimmte Vorbildung für die Aufnahme einer Berufsausbildung vorgeschrieben. Abhängig vom jeweiligen Beruf fordern die meisten Betriebe aber mindestens einen Hauptschulabschluss, wenn nicht sogar einen mittleren Bildungsabschluss (Mittlerer Schulabschluss, Realschulabschluss) oder die (Fach-) Hochschulreife (Abitur). Ohne Schulabschluss ist es auf dem deutschen Arbeitsmarkt sehr schwierig, eine Ausbildungsstelle zu finden.

Hauptschulabschluss:
Der Hauptschulabschluss qualifiziert vor allem zur Aufnahme einer dualen Berufsausbildung. Dazu müssen die Jugendlichen jedoch zunächst eine Lehrstelle in einem Betrieb finden. Viele Ausbildungsbetriebe setzen allerdings einen Realschulabschluss voraus.

Jugendliche, die nicht mehr schulpflichtig sind und
• noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben oder
• die Ausbildungsstelle verloren haben und sich beruflich neu orientieren möchten oder aber
• der Schulabschluss fehlt

können eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) der Agentur für Arbeit absolvieren. Sie dauert in der Regel bis zu zehn Monate.

Realschulabschluss:
Für Jugendliche mit einem Realschulabschluss (auch Mittlere Reife oder Mittlerer Schulabschluss genannt) ist das Spektrum der Berufsmöglichkeiten deutlich größer. Der Realschulabschluss eröffnet den Weg in viele Berufsausbildungen. Er ermöglicht neben der dualen Berufsausbildung auch die Aufnahme einer vollzeitschulischen Berufsausbildung und eröffnet – zum Teil unter Voraussetzung eines bestimmten Notendurchschnitts – den Zugang zu den verschiedenen Schulformen der Sekundarstufe II (Fachoberschule, Berufsoberschule, Fachgymnasium) und zur gymnasialen Oberstufe (Abitur).

Hochschulreife (Abitur):
Als Hochschulreife wird die Reife und damit Befähigung für ein Studium an einer Hochschule bezeichnet. Mit dieser Hochschulreife kann man sich an einer Universität oder Fachhochschule für ein Studium einschreiben. Die Hochschulreife wird durch folgende Schulabschlüsse erworben.

  • die Allgemeine Hochschulreife (Abitur),
  • die Fachgebundene Hochschulreife (fachgebundenes Abitur) oder
  • die Fachhochschulreife (Fachabitur)

Allerdings entscheiden sich viele der Jugendlichen mit Abitur für eine Berufsausbildung und nicht für ein Studium.

Einen schematischen Überblick über das Bildungssystem in Deutschland mit Erläuterungen zu den Abschlüssen gibt der folgende Link der Kultusministerkonferenz (KMK) in deutscher oder englischer Sprache.

Das Nachholen eines Schulabschlusses ist in der Regel an Abendschulen (Abendhauptschulen, Abendrealschulen, Abendgymnasien) und Kollegs möglich. Abendhauptschulen bereiten Erwachsene in einem einjährigen Bildungsgang (2 Semester) auf den Erwerb des Hauptschulabschlusses vor. Abendrealschulen führen Erwachsene in Abendkursen (4 Semester) zum Mittleren Schulabschluss. Abendgymnasien ermöglichen in einem Zeitraum von in der Regel 3 Jahren den Erwerb der Hochschulreife. Kollegs sind Vollzeitschulen zur Erlangung der Hochschulreife.