EU-Gleichbehandlungsstelle

Berufliche Bildung

Das Berufsausbildungssystem hat in Deutschland eine lange Tradition und genießt eine hohe Akzeptanz in der Wirtschaft. Es trägt entscheidend dazu bei, dass Deutschland die geringste Jugendarbeitslosigkeit innerhalb der EU vorweisen kann. Informieren Sie sich hier über die vielfältigen Möglichkeiten, in Deutschland einen Beruf zu erlernen.

1. Formen der beruflichen Bildung

Zu unterscheiden sind

  • die duale Berufsausbildung (in Betrieben und der Berufsschule)
  • die schulische Berufsausbildung (an Fachschulen, Berufsfachschulen oder Berufskollegen),
  • die Abiturientenausbildung bzw. Sonderausbildungen der Wirtschaft,
  • das Studium und das duale Studium,
  • die berufliche Weiterbildung.

Die Berufsausbildung darf nicht verwechselt werden mit der beruflichen Weiterbildung, die berufsbegleitend an (Berufs-)Akademien angeboten wird. Ziel ist hier die Anpassung des Wissens und der Fertigkeiten an geänderte Anforderungen im Berufsfeld.

2. Duale Berufsausbildung

Circa 70 % aller in Deutschland absolvierten Berufsausbildungen werden in Form einer dualen Berufsausbildung (betriebliche Ausbildung) absolviert. „Dual“ beschreibt eine zweigeteilte Form der Ausbildung an zwei verschiedenen Ausbildungsorten: In der Berufsschule erlernt der Auszubildende (Lehrling) das theoretische Fachwissen, im Betrieb praktische Kenntnisse und Fertigkeiten. Die Kombination aus Ausbildung im Betrieb und Berufsschulbildung garantiert eine Verbindung von Theorie und Praxis. Gerade wegen der Verbindung von Theorie und Praxis gilt diese Ausbildungsform als Besonderheit des deutschen Bildungssystems und findet auch international Anerkennung.

Die meisten staatlich anerkannten Ausbildungsberufe – aktuell etwa 350 – sind nach dem dualen System aufgebaut. Vor allem Berufe im Handwerk, Handel, Industrie, Dienstleistung oder der Landwirtschaft werden im dualen System ausgebildet. Der Berufsschulunterricht findet normalerweise an 1 bis 2 Tagen pro Woche neben der Arbeit im Betrieb statt. Bei einigen Ausbildungen wird der Schulunterricht in Blockform abgehalten: Hier ist der/die Auszubildende abwechselnd für einige Wochen am Stück in der Schule und dann wieder im Ausbildungsbetrieb.
Während der betrieblichen Ausbildung erhält man vom Ausbildungsbetrieb eine Vergütung.

Hinweis: Einen Einblick in die berufliche Bildung geben die Kurzvideos des Bundesinstituts für berufliche Bildung (BiBB) auf Deutsch und Englisch.

3. Schulische Berufsausbildung

Neben der dualen Berufsausbildung gibt es in Deutschland auch die schulische Berufsausbildung. Von ihrer Wertigkeit wird die rein schulische Ausbildung mit der dualen Ausbildung als ebenbürtig angesehen. Die Auswahl an schulischen Berufsausbildungen ist groß, zum Beispiel im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen (Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Pharmazeutisch-technischer Assistent/in, Altenpfleger/in, Sozialassistent/in, Erzieher/in etc.), im Bereich Fremdsprachen sowie in den Bereichen Technik und IT (Informationstechnischer Assistent) oder Gestaltung (Gestaltungstechnischer Assistent). Die schulische Ausbildung wird an staatlichen oder privaten Berufsfachschulen oder Berufsakademien in Vollzeit absolviert und dauert 1 bis 3 Jahre. Die privaten Berufsfachschulen können ggf. Schulgeld erheben.
In der Regel erhält man während der schulischen Ausbildung keine Vergütung. Allerdings haben Berufsschüler unter Umständen einen Anspruch auf finanzielle Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz – besser bekannt als Schüler - BAföG.

Tipp: Da es meist feste Anmeldefristen für die Berufsfachschulen gibt, sollte man sich zeitnah bei den gewünschten Schulen informieren. Eine ausführliche Übersicht zu den Berufsfachschulen in den Bundesländern bietet die Datenbank KURSNET der Bundesagentur für Arbeit.

4. Abiturientenausbildung bzw. Sonderausbildungen der Wirtschaft

Die Wirtschaft (vor allem Industrie- und Handelsunternehmen, Versicherungen) bietet Ausbildungsgänge an, die speziell auf Abiturienten zugeschnitten sind, und die als "Sonderausbildungen der Wirtschaft" oder "Abiturientenausbildung" bezeichnet werden.

Für diese Ausbildungsangebote gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Modelle. Sie zeichnen sich in der Regel durch Praxisnähe, engen Bezug zu den Bedürfnissen der Wirtschaft und hohen theoretischen Anspruch aus. Angebote gibt es im kaufmännischen Bereich, aber auch in IT (Wirtschaftsinformatiker/in), Fremdsprachen und im Verkehrswesen (Fluglotsen/in). In der Berufsschule werden dazu in speziellen Fachklassen Kenntnisse in Buchführung, Rechnungswesen, Marketing, EDV oder Fremdsprachen vermittelt.

Besonders für die folgenden Ausbildungsberufsgruppen existiert eine spezielle Abiturientenausbildung:

  • Industrietechnologe/ -technologin – Fachrichtung Datentechnik
  • Assistent/in für Informatik
  • Informatiker/in
  • Wirtschaftsinformatiker/in
  • Fluglotsen/in

Während der Ausbildungszeit erhält man eine Vergütung des Ausbildungsbetriebes.

Tipp: Das Berufsinformationszentrum der Bundesagentur für Arbeit bietet hilfreiche Informationen zu allen Ausbildungsberufen. Hilfreich ist auch die persönliche Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit.

Bei ihren Überlegungen sollten angehende Auszubildende immer die Termine für den Ausbildungsstart im Blick behalten: Die meisten Ausbildungen beginnen am 1. August oder am 1. September eines Jahres. Viele Firmen beginnen bereits zu Beginn des entsprechenden Jahres mit der Suche nach Auszubildenden, gerade Banken und größere Unternehmen schreiben ihre Plätze ein ganzes Jahr vor dem Ausbildungsbeginn aus. Ausbildungsbewerber sollten bereits im vorletzten Schuljahr damit beginnen, sich mit der Frage auseinander zu setzen, welcher Beruf der richtige für sie sein könnte. Unterstützung bei der Ausbildungssuche bieten auch Informationstage in den Berufsinformationszentren der Agenturen für Arbeit oder Ausbildungsmessen.

5. Berufliche Weiterbildung

Die Berufsausbildung darf nicht verwechselt werden mit der beruflichen Weiterbildung, die berufsbegleitend an (Berufs-)Akademien angeboten wird. Ziel ist hier die Anpassung des Wissens und der Fertigkeiten an geänderte Anforderungen im Berufsfeld.

Berufliche Weiterbildung kann auch eine bereits vorhandene berufliche Ausbildung vertiefen oder erweitern. Vorangegangen sind frühere Bildungsphasen und/oder eine zwischenzeitliche Berufstätigkeit. Eine berufliche Weiterbildung kann autodidaktisch, über eine öffentlich zugängliche Bildungsmaßnahme oder sofern die Weiterbildung vom Unternehmen ausgeht, auch in Form einer betrieblicher Weiterbildung erfolgen.

Man unterscheidet bei der beruflichen Weiterbildung:

  • Fortbildung (Anpassung der Kenntnisse im erlernten Beruf),
  • Umschulung (berufliche Neuorientierung),
  • berufliche Aufstiegsfortbildung oder Zusatzqualifikation,

Die berufliche Weiterbildung ist grundsätzlich auch berufsbegleitend, also neben dem Job möglich.

Eine Fortbildung zielt auf Erhalt jener Qualifikationen, die bereits in einem Ausbildungsberuf erworben wurden. Sie sollen vertieft, der technischen Entwicklung angepasst oder so ausgebaut werden, dass ein beruflicher Aufstieg möglich wird. Die durch die Fortbildung erworbenen Qualifikationen werden meist durch Prüfungen nachgewiesen, die die zuständigen Stellen (meist Handwerkskammern oder Industrie- und Handelskammern) durchführen.

Als berufliche Aufstiegsfortbildung bezeichnet man zum Beispiel die von Facharbeitern/innen besuchten Kurse, die zur Meisterprüfung führen, Kurse zur Vorbereitung auf Prüfungen zur Fachwirt-Qualifikation oder die Lehrgänge, die auf eine Prüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) zum Ausbilder vorbereiten.

Unter Umschulung versteht man die Aus- bzw. Weiterbildung für eine andere als die vorher ausgeübte oder erlernte Tätigkeit. Kenntnisse und Erfahrungen aus der vorigen Tätigkeit erlauben oft eine Verkürzung der Ausbildung zum neuen Berufsbild gegenüber einem Anfänger. Zwar kann unter besonderen Voraussetzungen auch jemand ohne vorherige Berufsausbildung an einer Umschulungsmaßnahme teilnehmen, es handelt sich dann dabei jedoch um eine Ausbildung.

Die Umschulung ist eine Möglichkeit, sich für eine neue Arbeitstätigkeit zu qualifizieren, wenn der alte Beruf, beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen, nicht mehr ausgeübt werden kann. Oder aber durch den ständigen Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt gibt es einen veränderter Fachkräfte-Bedarf und somit andere Anforderungen an die Ausbildung der Arbeitnehmer (zum Beispiel im Zuge der Digitalisierung).

Mit Hilfe einer Umschulungsmaßnahme kann eine berufliche Neuorientierung erfolgen und ein neuer Beruf erlernt werden.
Eine Umschulung endet mit der Prüfung vor der zuständigen Kammer (Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer usw.). Sie führt zum Beispiel zu einem anerkannten IHK-Berufsabschluss oder zu einem Gesellenbrief.
Die Dauer der Umschulung richtet sich nach der eigentlichen Ausbildungsdauer des jeweiligen Berufs. Meistens haben die kaufmännischen Ausbildungen eine Ausbildungszeit von 3 Jahren (ab 21 Monate Umschulungszeit) und die technischen Berufe 3,5 Jahre (bis 28 Monate Umschulungszeit).

In Deutschland werden Umschulungen häufig von der öffentlichen Hand, meistens den regionalen Jobcentern und der Bundesagentur für Arbeit, manchmal auch der Bundeswehr, oder als Reha-Leistung (gesetzliche Unfallversicherung, Deutsche Rentenversicherung, Versicherungen usw.) finanziert.

FAQ Berufliche Bildung

Die Aufnahme einer Berufsausbildung ist in Deutschland unabhängig vom Alter, Geschlecht oder Nationalität jederzeit möglich. Voraussetzung ist jedoch, einen Ausbildungsbetrieb zu finden. Bei der Suche nach dem geeigneten Ausbildungsberuf und Ausbildungsbetrieb können die Arbeitsagenturen oder die Kammern (z.B. Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Landwirtschaftskammern) Unterstützung leisten.

Bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen kann eine berufliche Qualifizierung auch im Wege einer Weiterbildung bzw. einer Umschulung erfolgen. Sie dauert in Abhängigkeit vom Ausbildungsberuf zwischen 1,5 Monaten und 3,5 Jahren und kann auch mit öffentlichen Mitteln durch die Bundesagentur für Arbeit bzw. Jobcenter oder die Rehabilitationsträger gefördert werden. Gründe für eine Förderung können beispielsweise das Fehlen eines am Arbeitsmarkt nachgefragten Berufsabschlusses oder eine aus gesundheitlichen Gründen notwendige berufliche Neuorientierung sein. Weitere Informationen finden sie hier.

Ausführliche Informationen zum Bildungswesen in Deutschland und insbesondere zur allgemeinen und beruflichen Erwachsenenbildung finden Sie auf der Internetseite des europäischen Bildungsinformationsnetzes „Eurydice“.

In der dualen und vollzeitschulischen Berufsausbildung erlangt man einen beruflichen Abschluss, der zur Ausübung eines bestimmten Berufes qualifiziert. Insbesondere das duale Berufsausbildungssystem hat in Deutschland eine lange Tradition und genießt eine hohe Akzeptanz in der Wirtschaft.

Der deutschlandweite Standard und ein staatlich anerkannter Abschluss wirken wie ein Qualitätssiegel, an dem sich Arbeitgeber bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter orientieren können. Ausgebildete Fachkräfte haben ein geringeres Risiko arbeitslos zu werden und haben oftmals ein höheres Einkommen als angelernte Hilfskräfte. Hinzu kommt, dass das duale Berufsbildungssystem exzellente Fortbildungs- und Aufstiegschancen bietet, z.B. zum Handwerksmeister, zum Industriemeister oder zum Fachwirt. Damit ist eine duale Ausbildung die Basis für lebenslanges Lernen und gute Karrierechancen.

Von jungen Frauen werden aktuell die folgenden 10 Ausbildungsberufe am häufigsten nachgefragt:

  • Kauffrau für Büromanagement,
  • Medizinische Fachangestellte,
  • Verkäuferin,
  • Kauffrau im Einzelhandel,
  • Zahnmedizinische Fachangestellte,
  • Industriekauffrau,
  • Friseurin,
  • Hotelfachfrau,
  • Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk,
  • Bankkauffrau.

Bei jungen Männern sind die folgenden 10 Berufe am beliebtesten:

  • Kraftfahrzeugmechatroniker,
  • Elektroniker,
  • Kaufmann im Einzelhandel,
  • Industriemechaniker,
  • Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik,
  • Verkäufer,
  • Fachinformatiker,
  • Fachkraft für Lagerlogistik,
  • Kaufmann im Groß- und Außenhandel,
  • Kaufmann für Büromanagement.

In den besonders beliebten Berufen ist es oft schwierig, einen Ausbildungsplatz zu finden. Deshalb sollte man nicht von vornherein auf einen Beruf festlegen, sondern sich über verschiedene Berufe informieren. Junge Menschen sollten versuchen, ihre eigenen Fähigkeiten und Neigungen zu ergründen und entsprechende Ausbildungsberufe auswählen. Neben den TOP 10 Berufen gibt es eine breite Palette an interessanten Berufen in den unterschiedlichsten Bereichen. Nähere Informationen zu Berufsbildern und den erforderlichen Schulabschlüssen dafür finden Sie z.B. auf der Homepage des Bundesinstituts für Berufsbildung oder der Bundesagentur für Arbeit. Die Bundesagentur bietet einen Beratungsservice für Jugendliche an, der bei der Suche nach dem richtigen Beruf unterstützen soll (Berufsberatung). Im Berufsinformationszentrum der Bundesagentur für Arbeit kann man sich vor Ort über alle Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten informieren.

Bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz steht die Berufsberatung der Agenturen für Arbeit jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Neben den persönlichen Diensten der Beratung und Ausbildungsstellenvermittlung steht den jungen Menschen auch ein umfangreiches Angebot für die eigenständige Suche nach Ausbildungsplätzen zur Verfügung. Über die Jobbörse lässt sich selbstständig nach freien betrieblichen Ausbildungsstellen suchen. Schulische Ausbildungsmöglichkeiten finden sich bundesweit im Internet über die Seite Kursnet. Unterstützung bei der Ausbildungssuche bieten auch Informationstage in den Berufsinformationszentren der Agenturen für Arbeit oder Ausbildungsmessen.

Neben der Bundesagentur für Arbeit bieten auch die Online-Jobbörsen der Handwerkskammern und der Industrie- und Handelskammern Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Die Kammern (z.B. Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Landwirtschaftskammern) können auch Unterstützung leisten. Um Ausbildungssuchende und Betriebe zusammenzubringen, unterstützen „Passgenaue Berater“ und „Willkommenslotsen“ bei den Kammern kleine und mittelständische Betriebe bei der Besetzung ihrer Ausbildungsstellen mit in- und ausländischen jungen Menschen.

Übergreifende Informationen sind auch auf „Du und Deine Ausbildung = praktisch unschlagbar“ zu finden.

Jeder Azubi hat Anspruch auf eine „angemessene Vergütung“. Diese Ausbildungsvergütung ist je nach Branche, Ausbildungsberuf und Ausbildungsbetrieb unterschiedlich hoch. Von durchschnittlich 250 Euro bis hin zu 950 Euro im Monat ist alles möglich. Wenn die Arbeitgeber mit den Gewerkschaften einen Tarifvertrag geschlossen haben, ist die Höhe der Löhne fest vorgeschrieben.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Auszubildende zusätzlich finanzielle Unterstützung von der Agentur für Arbeit bekommen, die Berufsausbildungshilfe (BAB).

Bei manchen schulischen Ausbildungen erhalten Auszubildende eine Ausbildungsvergütung. Dies ist zum Beispiel bei der Ausbildung zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/in der Fall.

Oft erhalten Auszubildende in der schulischen Berufsausbildung jedoch keine Bezahlung. Finanzielle Hilfe bieten hier die Ämter für Ausbildungsförderung: Bei ihnen kann man prüfen lassen, ob man als angehende/r Azubi in der schulischen Ausbildung finanzielle Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz – besser bekannt als Schüler-BAföG – erhält.
Die Ämter für Ausbildungsförderung findet man bei der zuständigen Stadt- und Kreisverwaltung.

Die duale Ausbildung ist durch das Berufsbildungsgesetz (BBiG) sowie die einzelnen Ausbildungsverordnungen der jeweiligen Berufe geregelt. Darin sind die Rahmenbedingungen der Ausbildung festgelegt, wie etwa die Rechte und Pflichten von Auszubildenden (Lehrling oder „Azubi“) oder die Ausbildungsinhalte.

Wie die Ausbildung im Einzelfall geregelt ist, legt der Ausbildungsvertrag fest. Die zuständigen Stellen (z.B. Industrie- und HandelskammerIHK oder Handwerkskammer - HWK) kontrollieren die Ausbildung und führen die Prüfungen durch.

Voraussetzungen: Rein formal sind für die duale Berufsausbildung keine bestimmten Schulabschlüsse vorgeschrieben. Prinzipiell kann laut BBiG jeder eine beliebige duale Ausbildung absolvieren, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Schulabschluss. In der Praxis legen viele Betriebe Mindestanforderungen fest, die Bewerber erfüllen sollen, wie etwa einen bestimmten Abschluss oder gute Noten in einzelnen Fächern.

Dauer: Je nach Ausbildungsberuf dauert eine duale Ausbildung meist zwischen 2 und 3,5 Jahre. Der Schulabschluss und die Leistungen während der Ausbildung können sich auf die Dauer auswirken und auch zu einer Ausbildungsverkürzung oder -verlängerung führen.

Ausbildung im Betrieb: In der Regel arbeitet der / die Azubi an 3 bis 4 Tagen in der Woche im Betrieb, wo er / sie die praktischen bzw. handwerklichen Fertigkeiten erlernt. Für jeden Beruf sind die zu erlernenden Inhalte im Ausbildungsrahmenplan festgelegt.

Ausbildung in der Berufsschule: Zusätzlich zu ihrem Einsatz im Ausbildungsbetrieb besuchen die Auszubildenden zwischen 8 und 12 Unterrichtsstunden in der Woche eine Berufsschule. Die Lehrpläne variieren je nach Ausbildungsberuf und Bundesland, in dem die duale Ausbildung absolviert wird. Der Unterricht ist aufgeteilt in fachtheoretische Inhalte, die speziell auf den Beruf zugeschnitten sind, und allgemeine Inhalte. Im allgemeinen Teil stehen zum Beispiel Deutsch, Politik, Religion und Sport auf dem Lehrplan.

Abschluss: Während der dualen Ausbildung finden in der Regel 2 wichtige Prüfungen statt, die man als Azubi bestehen muss: Die Zwischenprüfung wird in der Mitte der Ausbildung abgelegt und soll zeigen, dass der / die Azubi gute Fortschritte macht und die bisherigen Inhalte erfasst hat. Mit Bestehen der Abschlussprüfung (im Handwerk die Gesellenprüfung) ist die Ausbildung beendet.

Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung in der Tasche muss nicht Schluss sein. In vielen Bereichen kann man Weiterbildungen absolvieren, im Handwerk zum Beispiel kann man einen Meisterbrief erwerben. Daneben gibt es viele weitere Möglichkeiten, die sich nach der Ausbildung eröffnen, z.B. Weiterbildungen, Zweitausbildungen oder ein Aufbaustudium.

Voraussetzungen: Meistens erwarten die Berufsfachschulen einen mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss). In einigen Berufsfeldern wird auch ein Hauptschulabschluss akzeptiert. Für manche Berufsausbildungen wird auch ein Vorpraktikum vorausgesetzt. Einige Schulen führen zusätzlich Eignungstests durch.

Dauer: Eine rein schulische Ausbildung dauert in der Regel zwischen 1 und 3 Jahren.

Betriebliche Praktika: Ein wesentlicher Bestandteil schulischer Ausbildungen sind betriebliche Praktika. Diese können entweder an bestimmten Tagen pro Woche oder als Block über einen längeren Zeitraum stattfinden
Dabei wird der theoretische Teil durch 3 oder mehr Praktika in verschiedenen Einrichtungen ergänzt. Vor allem im Gesundheitswesen verfügen die Schulen für diese Praktika in der Regel über Kooperationen mit Unternehmen oder sind sogar direkt an Krankenhäuser angeschlossen. Hier soll das theoretische Wissen in die Praxis umgesetzt werden.

Abschluss: Mit dem 1- bis 2-jährigen Besuch an einer Berufsfachschule erlangt man eine „Berufliche Grundbildung“. Bei einer Dauer von 2 bis 3 Jahren schließt man hingegen mit einer „Berufsausbildung“ ab. In der Regel erhalten Absolventen der schulischen Ausbildung einen anerkannten Abschluss (z.B. Staatlich geprüfter Assistent für Informatik, Staatlich geprüfter Betriebswirt oder Staatlich geprüfter Sozialassistent).
Je nach Berufsfachschule und Bundesland kann man während der schulischen Ausbildung auch den mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss) und sogar die Fachhochschulreife (Fachabitur) nachholen.

Zur Förderung der beruflichen Aus- und Weiterbildung stehen vielfältige und individuelle Förderleistungen zur Verfügung. Ob zur Integration von Erwachsenen in den Arbeitsmarkt die berufliche Weiterbildungsförderung das richtige Instrument ist und ob rechtliche Voraussetzungen erfüllt sind, entscheidet die jeweils zuständige Agentur für Arbeit oder das Jobcenter im Einzelfall. Informationen bietet die Bundesagentur für Arbeit auf ihrer Homepage. Hier finden Sie auch ein Link zum Merkblatt 6, welches darüber informiert, unter welchen Voraussetzungen Weiterbildungsmaßnahmen finanziell gefördert werden können.