EU-Gleichbehandlungsstelle

Arbeitslosigkeit

Wenn Sie arbeitslos werden, müssen Sie sich an die Arbeitsverwaltung des Landes wenden, in dem Sie zuletzt gearbeitet haben.

Achtung: Wenn Sie in einem anderen Land arbeiten als dem, in dem Sie leben (z.B. Grenzgänger), gelten besondere Bestimmungen.

Für Ihren Anspruch auf Arbeitslosenleistungen gelten die gleichen Bedingungen wie für die Staatsangehörigen des Landes, in dem Sie zuletzt gearbeitet haben. Beschäftigungs- und Versicherungszeiten, die Sie in anderen Ländern zurückgelegt haben, werden bei der Bearbeitung Ihres Antrags berücksichtigt.

Wer zuletzt in Deutschland gearbeitet hat und arbeitslos wird, ist nicht auf sich allein gestellt, sondern erhält unter bestimmten Bedingungen Unterstützung vom Staat. Sie bekommen nicht nur finanzielle Hilfe. Sie haben auch die Möglichkeit, zur Jobsuche die Dienstleistungen der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch zu nehmen. Den Arbeitsagenturen und Jobcentern stehen eine Vielzahl von Förderinstrumenten zur Verfügung (zum Beispiel Aus- und Weiterbildungen), die in den Sozialgesetzbüchern II und III verankert sind.

1. Arbeitslosengeld

Wenn Sie zuletzt in Deutschland gearbeitet haben, haben Sie unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Eine Voraussetzung ist, dass Sie zuvor während eines bestimmten Zeitraums gearbeitet haben. In der Regel müssen Sie in den letzten 2 Jahren mindestens 12 Monate gearbeitet haben. Wenn Sie überwiegend in kurzen Arbeitsverhältnis standen, die von vornherein auf nicht mehr als 10 Wochen befristet waren, reichen unter Umständen auch 6 Monate Erwerbstätigkeit aus.

Tipp: Auch Beschäftigungszeiten in anderen EU-Ländern können hierbei berücksichtigt werden. Diese können anhand des Formulars PD U1 nachgewiesen werden. Informationen hierzu finden Sie in dem Merkblatt für Arbeitslosengeld und Auslandsbeschäftigung der Bundesagentur für Arbeit.

Wenn Sie arbeitslos geworden sind oder wenn Sie erfahren haben, dass Sie demnächst Ihren Job oder Ausbildungsplatz verlieren, haben Sie die Pflicht, sich bei der zuständigen Agentur für Arbeit arbeitssuchend zu melden.

Achtung: Sie müssen sich spätestens 3 Monate vor Ende Ihrer Beschäftigung persönlich bei der zuständigen Agentur für Arbeit arbeitsuchend melden. Erfahren Sie von der Beendigung Ihrer Beschäftigung weniger als 3 Monate vorher, müssen Sie sich innerhalb von 3 Tagen bei der zuständigen Agentur für Arbeit persönlich melden. Um diese Frist einzuhalten, können Sie sich aber auch telefonisch (kostenlose Service-Rufnummer: 0800 4 5555 000) oder online arbeitssuchend melden. Der persönliche Termin kann zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Wenn Sie die Frist versäumen, droht Ihnen eine Sperrfrist, in der Sie keine Leistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld I) erhalten.

Weitere Informationen zum Arbeitslosengeld erhalten Sie in dem Merkblatt für Arbeitslose der Bundesagentur für Arbeit.

Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld können Sie für 3 bis 6 Monate in ein anderes EU-Land mitnehmen, um in dieser Zeit dort Arbeit zu suchen. Das heißt, Sie können Ihr Arbeitslosengeld aus einem anderen EU-Land für die Arbeitssuche nach Deutschland mitnehmen. Und umgekehrt können Sie Ihr deutsches Arbeitslosengeld in ein anderes EU-Land mitnehmen. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie in dem Merkblatt für Arbeitslosengeld und Auslandsbeschäftigung der Bundesagentur für Arbeit.

Achtung: Wenn Sie Ihre Arbeitslosenleistungen in ein anderes Land mitnehmen möchten, müssen Sie sich zuerst an Ihre Arbeitsverwaltung wenden und bestimmte Bedingungen erfüllen. Anderenfalls können Sie Ihre Leistungsansprüche verlieren.

2. Grundsicherung

Die Grundsicherung gibt Ihnen das Minimum an finanziellen Mitteln, die Sie zum Lebensunterhalt brauchen.

Erwerbsfähige Personen, die Arbeit suchen und keinen oder einen zu geringen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder ein zu geringes Einkommen haben, erhalten Arbeitslosengeld II nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II), sogenanntes „Hartz IV“.

Personen, die beispielsweise aufgrund von Krankheit oder Rentenalter nicht erwerbsfähig sind und deshalb nicht arbeiten können, erhalten Unterstützung nach dem Zwölften Sozialgesetzbuch (SGB XII).

Achtung: Für EU-Bürger/innen gelten beim Zugang zu diesen Sozialleistungen besondere Regelungen.
Sie können Leistungen nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) erhalten, wenn Sie
in Deutschland arbeiten, aber nicht ausreichend verdienen, um Ihren Lebensunterhalt zu decken oder
in Deutschland mehr als 1 Jahr gearbeitet haben und unfreiwillig arbeitslos geworden sind. Wenn Sie weniger als 1 Jahr gearbeitet haben, sind die Leistungen auf 6 Monate begrenzt.

Eine erwachsene Person ohne Familie oder Kinder erhält derzeit bis zu 424 Euro monatlich. Angemessene Kosten für Unterkunft und Heizung werden zusätzlich übernommen. Ihr Einkommen wird dabei angerechnet.

Wenn Sie sich ausschließlich zum Zweck der Arbeitsuche in Deutschland aufhalten und zuvor nicht lange genug hier gearbeitet haben, erhalten Sie Leistungen nach dem SGB II (Grundsicherung) und SGB XII (Sozialhilfe) erst nach einem 5-jährigen rechtmäßigen Aufenthalt in Deutschland.

Wenn Sie keinen Anspruch auf Sozialhilfe haben, aber hilfebedürftig sind, können Sie bis zur Ihrer Ausreise oder maximal für 1 Monat innerhalb von zwei Jahren Leistungen nach dem SGB XII für Ernährung, Körperpflege und Gesundheit sowie für Unterkunft und Verpflegung erhalten (Überbrückungsleistungen). Diese Leistungen können in besonders gelagerten Härtefällen (zum Beispiel Reiseunfähigkeit) im Einzelfall über den 1 Monat hinaus bewilligt werden.

Achtung: Für den Bezug von Überbrückungsleistungen muss kein Wille zur Ausreise bei Ihnen vorliegen! Ein solcher Ausreisewille muss folglich auch nicht dokumentiert werden.

Ausführliche Informationen finden Sie im Merkblatt Arbeitslosengeld II/Sozialgeld – Grundsicherung für Arbeitsuchende SGB II der Bundesagentur für Arbeit. Nutzen Sie auch den Fragen und Antworten Katalog des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Tipp: Wenn Sie Anspruch auf Sozialleistungen in Deutschland haben, gilt das auch für Ihre in Deutschland lebenden Familienangehörigen.

FAQ Arbeitslosigkeit

Wenn Sie arbeitslos geworden sind oder wenn Sie erfahren haben, dass Sie demnächst ihren Job oder Ausbildungsplatz verlieren, haben Sie die Pflicht, sich bei der zuständigen Agentur für Arbeit arbeitssuchend zu melden.

Achtung: Sie müssen sich spätestens 3 Monate vor Ende Ihrer Beschäftigung persönlich bei der zuständigen Agentur für Arbeit arbeitsuchend melden. Erfahren Sie von der Beendigung Ihrer Beschäftigung weniger als drei Monate vorher, müssen Sie sich innerhalb von 3 Tagen bei der zuständigen Agentur für Arbeit persönlich melden. Um diese Frist einzuhalten, können Sie sich aber auch telefonisch (kostenlose Service-Rufnummer: 0800 4 5555 000) oder online arbeitssuchend melden. Der persönliche Termin kann zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Wenn Sie die Frist versäumen, droht Ihnen eine Sperrfrist, in der Sie keine Leistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld I) erhalten.

Sobald Sie sich arbeitssuchend gemeldet haben, kann die zuständige Agentur für Arbeit Sie rechtzeitig bei der Suche nach einer neuen Arbeits- oder Ausbildungsstelle unterstützen. Soweit erforderlich, vermittelt Sie die Agentur für Arbeit für die Arbeitssuche in einem anderen Land an spezialisierte Kolleginnen und Kollegen des internationalen Personalservice beim European Employment Services (EURES) und/oder stellt den Kontakt zur Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) her.

Wer zuletzt in Deutschland gearbeitet hat und arbeitslos wird, ist nicht auf sich allein gestellt, sondern erhält unter bestimmten Bedingungen Unterstützung vom Staat. Sie bekommen nicht nur finanzielle Hilfe. Sie haben auch die Möglichkeit, zur Jobsuche die Dienstleistungen der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch zu nehmen. Den Arbeitsagenturen und Jobcentern stehen eine Vielzahl von Förderinstrumenten zur Verfügung (zum Beispiel Aus- und Weiterbildungen), die in den Sozialgesetzbüchern II und III verankert sind.

Neben der Arbeits- und Ausbildungssuche können Sie und Ihre Familienangehörigen bei der Bundesagentur für Arbeit Beratung und Unterstützung (Förderung) in folgenden Bereichen erhalten:

  • Berufsberatung,
  • Berufsausbildung,
  • berufliche Weiterbildung, auch für Beschäftigte,
  • berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung.

Bei den vielen Schritten auf dem Weg zu einer neuen Arbeit können Sie auch finanziell unterstützt werden, zum Beispiel:

  • Übernahme von Kosten für Weiterbildungen,
  • Fahrkosten für Bewerbungsgespräche oder Bewerbungsunterlagen,
  • Bewerbungstraining,
  • Sprachförderung

Weitere Informationen zu den einzelnen Leistungen, finden Sie in diesem Merkblatt.

  • Die Mitnahme der Arbeitslosenleistungen in ein anderes Land müssen Sie bei der Arbeitsverwaltung des Landes beantragen, in dem Sie Arbeitslosengeld beziehen.
  • In der Regel müssen Sie zunächst 4 Wochen lang arbeitslos gemeldet sein, bevor Sie die Leistungen in ein anderes Land mitnehmen können.
  • Von dem Träger, bei dem Sie arbeitslos gemeldet sind, erhalten Sie dann das Dokument PD U2, das es Ihnen erlaubt, Ihr Arbeitslosengeld mitzunehmen.
  • Innerhalb von 7 Tagen nach Ihrer Abreise müssen Sie sich anhand des PD U2 bei der Arbeitsverwaltung des Landes, in dem Sie Arbeit suchen, arbeitslos melden.
  • Ab Ihrer Abreise können Sie Ihr Arbeitslosengeld 3 Monate lang weiterbeziehen. Der Zeitraum kann auf maximal 6 Monate verlängert werden.
  • Wenn Sie keine Stelle finden, müssen Sie vor Ablauf dieses Zeitraums in das Land, von dem Sie Arbeitslosengeld beziehen, zurückkehren. Kehren Sie erst nach Ablauf dieser Frist zurück, besteht die Gefahr, dass Sie in manchen EU-Mitgliedstaaten (nicht Deutschland) sämtliche Ansprüche auf Arbeitslosenleistung verlieren.

Achtung: Es ist sehr wichtig, dass Sie diese Bedingungen beachten. Anderenfalls können Sie Ihre Leistungsansprüche verlieren. Viele Arbeitslose verlieren ihren Leistungsanspruch aus Unkenntnis der gerade erläuterten Bedingungen. Sie verlassen das Land, in dem sie zuletzt beschäftigt waren, ohne sich bei der dortigen Arbeitsverwaltung zu melden, sie melden sich zu spät bei der Arbeitsverwaltung des Landes, in dem sie Arbeit suchen, oder sie kehren erst nach Ablauf des Zeitraums der Leistungsmitnahme zurück. Sie sollten sich daher unbedingt mit der Arbeitsverwaltung des Staates in Verbindung setzen, von dem Sie Arbeitslosengeld beziehen, um mehr über Ihre Rechte und Pflichten zu erfahren.