EU-Gleichbehandlungsstelle

Modellprojekt

MB4.0: Migrationsberatung in den sozialen Medien

Die Beratung in den sozialen Medien für neuzugewanderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitsuchende aus Polen, Rumänien und Bulgarien soll modellhaft erprobt werden.

Die Zuwanderung aus anderen EU-Staaten auf Grundlage des Freizügigkeitsrechts ist in Deutschland seit über einem Jahrzehnt der beherrschende Einwanderungstrend. Dabei bilden EU-Bürgerinnen und –Bürger aus den Herkunftsländern Polen, Rumänien und Bulgarien die drei größten Neueinwanderungsgruppen. Hauptmotiv der Migration ist die Suche nach guter Arbeit.

Logos verschiedener sozialer Netzwerke Soziale Netzwerke können für Migrationsberatung hilfreich sein.

Mehrere Analysen vom Projektkontor Minor zeigen, dass Neuzugewanderte vor allem Internetmedien zur Erstinformation und Kommunikation nutzen. Oft bleibt die Informationssuche auf oberflächliche, widersprüchliche, teilweise irreführende Informationen beschränkt – auch bei gravierenden Integrationsproblemen und Fragen zur Zuwanderung. Die konventionellen Beratungsangebote verlieren zunehmend an Bedeutung.

Die Gleichbehandlungsstelle EU-Arbeitnehmer der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration hat die Aufgabe, EU-Zugewanderte bei der Wahrnehmung der Rechte, die ihnen im Rahmen der Arbeitnehmerfreizügigkeit in Deutschland zustehen, zu unterstützen. Sie fördert das Projekt "MB 4.0 – Gute Arbeit in Deutschland", das von Minor durchgeführt wird.

Das Projekt konzeptioniert und implementiert modellhaft aufsuchende Informations- und Beratungsarbeit in bulgarischer, polnischer und rumänischer Sprache in den sozialen Medien. Ziel ist die Entwicklung von Methoden, wie mit Hilfe sozialer Medien EU-Arbeitnehmerinnen und –Arbeitnehmer bestmöglich informiert und beraten werden können.

Das Projekt arbeitet auf sieben Handlungsfeldern:

  • Analyse und Monitoring von Social Media Spaces mit Konzentration auf die drei größten EU-Einwanderungsgruppen.
  • Aufsuchende Informations- und Beratungsarbeit in sozialen Medien von EU-Neuzugewanderten mit Schwerpunkt auf polnisch-, rumänisch- und bulgarisch sprachigen Angeboten, ihre Qualitätssicherung und Dokumentation.
  • Erstellung von innovativen multimedialen Informationsangeboten.
  • Entwicklung von Informationskampagnen im Kontext der Arbeitsintegration von EU-Neuzugewanderten.
  • Einrichtung eines Beirates von Migrantenorganisationen und Fachleuten für die Abstimmung strategischer Entscheidungen, Erkenntnisse und Pläne des Projektes.
  • Regelmäßige Durchführung von (Fach-)Veranstaltungen und Workshops mit strategischen Partnern, die inhaltliche und methodische Fragen der Informations- und Beratungsarbeit für EU-Zugewanderte aufgreifen und der Vernetzung und Abstimmung dienen.
  • Die Erstellung eines Leitfadens und der Transfer der Projekterkenntnisse in Form einer Handreichung, die im Rahmen einer wissenschaftlichen Abschlussveranstaltung diskutiert wird.

Das Projekt "MB 4.0 - Gute Arbeit in Deutschland" läuft von Dezember 2017 bis Dezember 2019.

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