Gesundheitsversorgung in Deutschland

Online-Seminarreihe 2020 und 2021 Gesundheitsversorgung in Deutschland

Der Zugang zum Gesundheitssystem – vor allem zu einer Krankenversicherung – ist in Beratungsstellen ein wichtiges Thema für Zugewanderte aus der Europäischen Union.

Verschiedene Piktogramme zum Thema Gesundheit auf kleinen Holzwürfeln

Eine vollständige Gesundheitsversorgung umfasst verschiedene Bausteine

Foto: REDPIXEL/StockAdobe.com

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. (BAGFW) und die Gleichbehandlungsstelle EU-Arbeitnehmer (EU-GS) bieten seit 2020 eine Online-Seminarreihe für Beraterinnen und Berater unter dem Titel „Zugang zum Gesundheitssystem für Unionsbürgerinnen und Unionsbürger“ an. Aufgrund der großen Nachfrage im vergangenen Jahr wird die Reihe 2021 zweimal online gehen (April 2021 und September/Oktober 2021). Wir freuen uns, dass wir mit der Reihe offenbar einen großen Fortbildungsbedarf treffen.

Die Seminare basieren auf der Informationsbroschüre „Zugang zum Gesundheitssystem für Unionsbürgerinnen und Unionsbürger, Angehörige des EWR und der Schweiz“, die die BAGFW und EU-GS 2019 gemeinsam herausgegeben haben. Die Broschüre und die dazugehörigen Flyer zu den sechs Themen (in 10 EU-Sprachen) für die Beratungsarbeit stehen hier zum Download zur Verfügung.

Die sechs Themen, die in der Online-Seminarreihe präsentiert werden:

1. EHIC- Europäische Krankenversicherungskarte

Die EHIC gilt für einen vorübergehenden Aufenthalt in Deutschland oder einem anderen EU-Land und wird von der Krankenversicherung im Herkunftsland ausgestellt. Folgende Fragen zur EHIC tauchen in der Beratungspraxis auf: Wie lange kann die EHIC genau benutzt werden? Wie ist der Leistungsumfang und wie erfolgt die Abrechnung?

2. Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung und  Versicherungspflicht

In Deutschland besteht eine Versicherungspflicht zur gesetzlichen Krankenversicherung. Wie eröffnet sich der Weg zu einer gesetzlichen Krankenkasse? Versicherungspflicht bedeutet aber auch, dass die gesetzliche Krankenversicherung automatisch eintritt – selbst ohne Wissen des Betroffenen! Welche Folgen hat das? Welche Wege gibt es noch in die gesetzliche Krankenversicherung?

3. Private Krankenversicherung

Nicht für jeden gibt es den Weg in die gesetzliche Krankenversicherung. Für wen kommt die private Krankenversicherung in Betracht und für wen ist sie die einzige Möglichkeit, krankenversichert zu werden? Welche Tarife werden angeboten?

4. Familienversicherung

Über die Krankenversicherung – gesetzlich oder privat – können
Familienangehörige mitversichert werden. Was sind die  Voraussetzungen für die
Familienversicherung? Was sind die Unterschiede in der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung?

5. Beitragsschulden in der Krankenversicherung

Beitragsschulden entstehen etwa, wenn die Versicherungspflicht greift und jemand automatisch krankenversichert ist. Was hat das für Folgen, z.B. wenn medizinische Behandlung nötig ist? Welche Möglichkeiten gibt es für den Betroffenen, mit Beitragsschulden umzugehen?

6. Personen ohne Versicherungsschutz

Auch Personen, die keinen Versicherungsschutz haben, brauchen medizinische Behandlung. An welche Stellen können sie sich wenden? Welche Möglichkeiten gibt es – auch in Verbindung mit Sozialleistungen –, einen individuellen Weg in die Krankenversicherung zu finden?

Dozenten:

Frau Prof. Dr. Dorothee Frings war bis 2017 Professorin an der Hochschule Niederrhein für Verfassungs-, Verwaltungs- und Sozialrecht, ist seitdem freiberuflich tätig und Autorin vieler Fachpublikationen, u.a. unserer Broschüre.

Herr Jaromir Kröger ist zentraler Ansprechpartner der Clearingstelle „Klar für Gesundheit“ in gemeinsamer Trägerschaft der GGUA Münster, des Migrationsdienstes des Caritasverbandes und der Stadt Münster.


Bei Interesse an einer Teilnahme an der Online-Seminarreihe im September/Oktober 2021 melden Sie sich bitte unter eu-gleichbehandlung@bk.bund.de. Die Anmeldemöglichkeit erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Die sechs kostenfreien Seminare bauen aufeinander auf, können aber auch einzeln besucht werden.