Berufliche Bildung
In Deutschland haben Sie nach Ihrem Schulabschluss viele Möglichkeiten, einen Beruf zu erlernen. Finden Sie hier Ihren Weg auf den deutschen Arbeitsmarkt.
Die Berufsausbildung im Überblick
Im deutschen Berufsbildungssystem gibt es verschiedene Wege zu einem anerkannten Berufsabschluss. Zu den wichtigsten Formen gehören:
Die duale Berufsausbildung in Betrieb und Berufsschule
In der dualen Berufsausbildung oder betrieblichen Ausbildung lernen Auszubildende an zwei Lernorten ("dual"): In der Berufsschule erwerben sie theoretisches Fachwissen, im Betrieb sammeln sie praktische Erfahrungen.
Die Kombination aus Praxis im Betrieb und Theorie in der Berufsschule verbindet Arbeitsalltag und Lernen. Diese Ausbildungsform gilt als besondere Stärke des deutschen Bildungssystems. Die meisten staatlich anerkannten Ausbildungsberufe werden im dualen System angeboten, vor allem in den Bereichen
- Handwerk
- Handel
- Industrie
- Dienstleistung und
- Landwirtschaft.
Der Berufsschulunterricht findet oft an 1 bis 2 Tagen pro Woche neben der Arbeit im Betrieb statt. In manchen Berufen wird der Unterricht in Blöcken organisiert, das heißt: mehrere Wochen am Stück Schule, danach wieder Ausbildung im Betrieb. Während der betrieblichen Ausbildung erhalten Auszubildende eine Vergütung vom Ausbildungsbetrieb.
Weitere Informationen
- Kurzpräsentationen zur beruflichen Bildung (mehrsprachig) des Bundesinstituts für berufliche Bildung (BiBB)
- Informationen des BiBB zu den Aus- und Weiterbildungsberufen des Dualen Systems (deutsch / englisch) nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) und Handwerksordnung (HwO) sowie zu Pflegeberufen nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG)
- Mehrsprachiger Überblick über die Formen der Ausbildung in Deutschland auf Eurydice
Die schulische Berufsausbildung an Fachschulen, Berufsfachschulen oder Berufskollegs
Die schulische Berufsausbildung ist in Deutschland ebenso angesehen wie die duale Form. Die Auswahl ist groß, vor allem in den Bereichen
- Gesundheits‑ und Sozialwesen (z. B. Gesundheits‑ und Krankenpfleger*in, Pharmazeutisch‑technische*r Assistent*in, Altenpfleger*in, Sozialassistent*in, Erzieher*in),
- Fremdsprachen,
- Technik und IT (z. B. Informationstechnische*r Assistent*in) sowie
- Gestaltung (z. B. Gestaltungstechnische*r Assistent*in).
Die Ausbildung findet in der Regel an staatlichen oder privaten Berufsfachschulen oder Berufsakademien im Vollzeitunterricht statt. Sie dauert in der Regel 1 bis 3 Jahre.
An den privaten Schulen kann ein Schulgeld fällig werden. Im Gegensatz zum dualen System erhalten Auszubildende in der rein schulischen Ausbildung in der Regel keine Vergütung. Eine Ausnahme sind Pflegeberufe wie Pflegefachmann/-frau: Hier ist eine Ausbildungsvergütung gesetzlich vorgeschrieben. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht aber ein Anspruch auf finanzielle Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz – bekannt als Schüler‑BAföG.
Informationen zur Anmeldung
Berufsfachschulen haben oft feste Anmeldefristen. Sie sollten sich frühzeitig bei den Schulen informieren. Eine ausführliche Übersicht zu den Berufsfachschulen in den Bundesländern bietet die Datenbank KURSNET der Bundesagentur für Arbeit.
Die Abiturientenausbildung bzw. Sonderausbildungen der Wirtschaft
Die deutsche Wirtschaft, vor allem Industrie- und Handelsunternehmen oder Versicherungen, bietet spezielle Ausbildungswege für Abiturientinnen und Abiturienten an. Diese Angebote heißen „Sonderausbildungen der Wirtschaft“ oder „Abiturientenausbildung“.
In den einzelnen Bundesländern gibt es unterschiedliche Modelle. Die Ausbildung ist praxisnah, orientiert sich an den Anforderungen der Wirtschaft und hat einen hohen theoretischen Anspruch.
Angebote finden Sie
- im kaufmännischen Bereich,
- in der IT,
- im Bereich Fremdsprachen und
- im Verkehrswesen.
Für bestimmte Berufsgruppen gibt es speziell entwickelte Abiturientenausbildungen, zum Beispiel:
- Industrietechnologe*in – Fachrichtung Datentechnik
- Assistent*in für Informatik
- Informatiker*in
- Wirtschaftsinformatiker*in
- Fluglotsen*in
In der Berufsschule erwerben Sie in speziellen Fachklassen Kenntnisse in
- Buchführung,
- Rechnungswesen,
- Marketing,
- EDV oder
- Fremdsprachen.
Während der Ausbildung zahlt der Ausbildungsbetrieb eine Vergütung an die Auszubildenden.
Hilfreiche Tipps zur Ausbildungssuche
Auf dem Portal meinBERUF der Bundesagentur für Arbeit finden Sie Informationen zu allen Ausbildungsberufen.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) unterstützt Sie mit einer persönlichen Berufsberatung und bietet zahlreiche Ausbildungsplätze auf dem Jobportal.
Wann kann ich mich für eine Ausbildung bewerben?
Die meisten Ausbildungen beginnen am 1. August oder am 1. September eines Jahres. Viele Firmen beginnen bereits zu Beginn des Jahres mit der Suche nach Auszubildenden. Vor allem Banken und größere Unternehmen schreiben ihre Plätze ein ganzes Jahr vor dem Ausbildungsbeginn aus.
Am besten fragen Sie sich bereits in Ihrem vorletzten Schuljahr, welcher Beruf der richtige für sie sein könnte. Unterstützung bei der Ausbildungssuche bieten auch Informationstage in den Berufsinformationszentren der Agenturen für Arbeit oder Ausbildungsmessen.
Die berufliche Weiterbildung
Berufsausbildung und berufliche Weiterbildung sind zwei unterschiedliche Angebote im deutschen Bildungssystem. Die berufliche Weiterbildung findet meist berufsbegleitend an (Berufs-) Akademien oder Bildungseinrichtungen statt. Sie dient dazu, vorhandenes Wissen und Können an geänderte Anforderungen im Berufsfeld anzupassen. Sie können mit einer Weiterbildung auch eine bereits abgeschlossene Ausbildung vertiefen oder ergänzen.
Eine Weiterbildung kann selbstständig, über öffentliche Bildungsangebote oder durch das Unternehmen in Form einer betrieblichen Weiterbildung erfolgen.
Auf dem Portal meinNOW der Bundesagentur für Arbeit finden Sie umfassend Weiterbildungsangebote, Fördermöglichkeiten und Beratung.
Welche Formen der beruflichen Weiterbildung gibt es?
Fortbildung
Eine Fortbildung dient der Anpassung und Vertiefung Ihrer in der Ausbildung erworbenen Qualifikationen. Sie erwerben neue Kenntnisse zu technischen Entwicklungen oder für einen beruflichen Aufstieg. Zum Abschluss der Fortbildung erfolgt oft eine Prüfung bei z. B. Handwerkskammern oder Industrie und Handelskammern (IHK).
Berufliche Aufstiegsfortbildung oder Zusatzqualifikation
Als berufliche Aufstiegsfortbildung bezeichnet man zum Beispiel:
- die von Facharbeiterinnen und Facharbeitern besuchten Kurse, die zur Meisterprüfung führen,
- Kurse zur Vorbereitung auf Prüfungen zur Fachwirt-Qualifikation oder
- Lehrgänge, die auf eine Prüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) zur Ausbilderin oder zum Ausbilder vorbereiten.
Umschulung
Eine Umschulung ist eine berufliche Neuorientierung. Sie lernen einen neuen Beruf, der nicht Ihr bisheriger Beruf ist.
Eine Umschulung kann sinnvoll sein, wenn:
- Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in Ihrem bisherigen Beruf arbeiten können
- sich der Arbeitsmarkt verändert hat und andere Qualifikationen gebraucht werden
(zum Beispiel durch Digitalisierung oder neue Technologien)
Eine Umschulung führt in der Regel zu einem staatlich anerkannten Berufsabschluss in Deutschland. Am Ende legen Sie eine Prüfung vor einer zuständigen Kammer, zum Beispiel der Industrie und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer, ab.
Die Dauer einer Umschulung ist kürzer als eine normale Ausbildung. Sie richtet sich nach der regulären Ausbildungszeit des Berufs:
Kaufmännische Berufe
- normale Ausbildung: ca. 3 Jahre
- Umschulung: meist ca. 21 bis 24 Monate in Vollzeit
Technische Berufe
- normale Ausbildung: ca. 3,5 Jahre
- Umschulung: 21 - 24 Monate, Spezialisierungen in 16 bis 36 Monaten
Berufserfahrung und vorhandene Kenntnisse können die Dauer der Umschulung verkürzen.
Eine Umschulung setzt in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Berufserfahrung voraus. Haben Sie noch keine vorherige Ausbildung, handelt es sich um eine reguläre Berufsausbildung.
In Deutschland werden Umschulungen häufig finanziell unterstützt. Je nach persönlicher Situation können folgende Stellen die Kosten übernehmen:
- das Jobcenter
- die Bundesagentur für Arbeit
- bei gesundheitlichen Einschränkungen: die Deutsche Rentenversicherung
- bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten über die Deutsche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften)
FAQ – Fragen und Antworten
Wird eine Aus- und Weiterbildung in Deutschland staatlich gefördert?
Unter bestimmten Voraussetzungen können auch EU-Bürgerinnen und EU-Bürger in Deutschland finanzielle Unterstützung für eine Ausbildung oder Weiterbildung erhalten. Die wichtigsten Förderleistungen sind:
1. BAföG – Förderung für Ausbildung und Studium
BAföG (Berufsausbildungsförderung) unterstützt Menschen mit wenig Einkommen bei einer schulischen Ausbildung oder einem Studium.
Schüler BAföG
- Für bestimmte schulische Ausbildungen, vor allem wenn Sie keine Ausbildungsvergütung bekommen,
- Gilt z. B. für Ausbildungen an berufsbildenden Schulen, Kollegs, Akademien,
- Seit 2019 kann auch ein Studium an einer privaten Berufsakademie gefördert werden.
BAföG für Studierende
- Für ein Studium an einer Fachhochschule oder Universität in Deutschland
- In der Regel gilt eine Altersgrenze von 30 Jahren
Hinweis
Auszubildende in einer dualen betrieblichen Ausbildung, die eine Ausbildungsvergütung erhalten, bekommen kein BAföG.
Antragstellung
BAföG muss schriftlich beantragt werden, zum Beispiel:
- beim Studierendenwerk am Hochschulort
- beim Amt für Ausbildungsförderung der Stadt oder des Landkreises
2. Aufstiegs BAföG – Förderung für beruflichen Aufstieg
Das Aufstiegs BAföG unterstützt Weiterbildungen, die zu einem höheren beruflichen Abschluss führen (z. B. Meister*in, Fachwirt*in).
Der Staat beteiligt sich an den Lehrgangs- und Prüfungsgebühren.
3. Ausbildungsgeld für Menschen mit Behinderung
Junge Menschen mit einer Behinderung können Ausbildungsgeld beantragen.
Zuständig ist die Agentur für Arbeit am Wohn oder Ausbildungsort. Dort wird geprüft, ob ein Anspruch besteht.
4. Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)
Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) unterstützt Auszubildende, die:
- eine betriebliche Ausbildung machen
- nicht bei den Eltern wohnen
- einen eigenen Haushalt finanzieren müssen
5. Assistierte Ausbildung flexibel (AsA flex)
Ausbildungsbegleitende Hilfen unterstützen Auszubildende während der Ausbildung, zum Beispiel durch:
- Nachhilfe
- pädagogische Betreuung
Ziel ist es, einen Ausbildungsabbruch zu vermeiden.
Beratung und weitere Informationen
Ob und welche Förderung möglich ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.
Lassen Sie sich deshalb von der Bundesagentur für Arbeit beraten.
Kompakte Informationen finden Sie auch im Merkblatt 6 der Bundesagentur für Arbeit.
Kann ich auch im Erwachsenenalter einen neuen Beruf erlernen?
Ja. In Deutschland können Sie unabhängig von Alter, Geschlecht oder Nationalität jederzeit eine Berufsausbildung beginnen. Voraussetzung ist, dass Sie einen Ausbildungsbetrieb finden.
Bei der Suche nach einem passenden Beruf und einem Ausbildungsplatz helfen zum Beispiel:
- die Agentur für Arbeit
- die Kammern, zum Beispiel
- Industrie und Handelskammer (IHK)
- Handwerkskammer
- Landwirtschaftskammer
Weiterbildung oder Umschulung im Erwachsenenalter
Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie sich auch über eine Weiterbildung oder Umschulung beruflich neu qualifizieren.
- Dauer: je nach Beruf bei einer Teilqalifizierung 3 - 6 Monate und einer Vollqualifizierung 12 - 36 Monate.
- Möglich ist eine staatliche Förderung, zum Beispiel durch:
- die Bundesagentur für Arbeit: Wenn Sie Arbeitslosengeld I beziehen oder nutzen: Bildungsgutschein, Qualifizierungsgeld, Weiterbildungsgeld, Weiterbildungsprämie oder Hilfen bei Bewerbungen und der Jobsuche (Vermittlungsbudget).
- eine Förderung der beruflichen Weiterbildung der Arbeitnehmerin / des Arbeitnehmers: Wenn Sie eine Beschäftigung ausüben und Ihr Arbeitgeber zustimmt und diese unterstützt.
- das Jobcenter: Wenn Sie Leistungen zur Grundsicherung beziehen, können Sie eine Förderung über einen Bildungsgutschein, aus dem Vermittlungsbudget des Jobcenters oder aus einer freien Förderung durch das Jobcenter, insbesondere für junge Menschen unter 25 Jahren oder langer Arbeitslosigkeit.
- die Deutsche Rentenversicherung: Wenn Sie Ihren aktuellen Beruf aus gesundheitlichen Gründen (Berufliche Rehabilitation) nicht mehr ausüben können und den Beruf wechseln müssen.
- die Gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften): Wenn Sie aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit den Beruf nicht mehr ausüben können oder sich umschulen lassen müssen.
Auf dem Portal meinNOW der BA finden Sie Weiterbildungsangebote, Fördermöglichkeiten und Beratung
Lohnt sich eine Berufsausbildung oder sind Hilfsjobs besser?
In einer dualen oder vollzeitschulischen Berufsausbildung bekommen Sie einen beruflichen Abschluss, der zur Ausübung eines bestimmten Berufs qualifiziert. Das duale Ausbildungssystem hat in Deutschland eine lange Tradition und ist in der Wirtschaft hoch anerkannt.
Ein staatlich anerkannter Abschluss gilt in Deutschland als Qualitätsnachweis. Arbeitgebende orientieren sich daran bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als ausgebildete Fachkraft haben Sie ein geringeres Risiko, arbeitslos zu werden. Sie verdienen oft mehr als angelernte Hilfskräfte.
Zusätzlich bietet das duale Ausbildungssystem gute Möglichkeiten für Fortbildung und Aufstieg im Beruf, zum Beispiel zum Handwerksmeister, Industriemeister oder Fachwirt. Eine duale Ausbildung ist damit eine wichtige Grundlage für lebenslanges Lernen und gute Karrierechancen.
Welche Ausbildungsberufe sind in Deutschland besonders beliebt?
Von jungen Frauen werden aktuell die folgenden 10 Ausbildungsberufe am häufigsten nachgefragt:
Top 10 Ausbildungsberufe für Mädchen (beliebteste/häufigste):
- Kauffrau für Büromanagement
- Medizinische Fachangestellte (Arzthelferin)
- Zahnmedizinische Fachangestellte
- Kauffrau im Einzelhandel
- Verkäuferin
- Industriekauffrau
- Verwaltungsfachangestellte
- Hotelfachfrau
- Friseurin
- Steuerfachangestellte
Top 10 Ausbildungsberufe für Jungen (beliebteste/häufigste):
- Kfz-Mechatroniker (PKW-Technik)
- Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung/Systemintegration)
- Elektroniker (Energie- und Gebäudetechnik)
- Industriemechaniker
- Kaufmann für Büromanagement
- Anlagenmechaniker (Sanitär-/Heizungs-/Klimatechnik)
- Verkäufer/Kaufmann im Einzelhandel
- Industriekaufmann
- Mechatroniker
- Fachkraft für Lagerlogistik
In den besonders beliebten Berufen ist es oft schwierig, einen Ausbildungsplatz zu finden. Deshalb sollten Sie sich über verschiedene Berufe informieren. Junge Menschen sollten versuchen, ihre eigenen Fähigkeiten herauszufinden und entsprechende Ausbildungsberufe auswählen.
Neben den TOP 10 Berufen gibt es eine breite Palette an interessanten und zukunftsorientierten Berufen in ganz unterschiedlichen Bereichen. Nähere Informationen zu Berufsbildern und den erforderlichen Schulabschlüssen finden Sie z. B. auf der Homepage des Bundesinstituts für Berufsbildung oder der Bundesagentur für Arbeit. Die Bundesagentur bietet einen umfassenden Informations- und Beratungsservice für Jugendliche auf dem Portal meinBERUF an, das bei der Suche nach dem richtigen Beruf unterstützt.
Kann ich Unterstützung bei der Ausbildungssuche erhalten?
Ja. Bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz steht die Berufsberatung der Agenturen für Arbeit jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.
Neben den persönlichen Diensten der Beratung und Ausbildungsstellenvermittlung steht jungen Menschen auch ein großes Angebot für die selbstständige Suche nach Ausbildungsplätzen zur Verfügung:
- Das Portal meinNOW bietet umfassend Information und Beratung in deutscher und englischer Sprache zu den Themen Praktika, Ausbildungsplatzsuche, Bewerbung, Berufe und Studium an.
- Auf den Portalen KURSNET (Deutsch) und Working in Germany - At a glance (Englisch) finden sich alle wichtigen Informationen rund um Ausbildung, Arbeiten, Anerkennung von Berufsabschlüssen, Sprachkenntnisse und Arbeitssuche.
Die Kammern (z. B. Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Landwirtschaftskammern) können auch Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz leisten. Um Ausbildungssuchende und Betriebe zusammenzubringen, unterstützen „passgenaue Berater“ und „Willkommenslotsen“ bei den Kammern kleine und mittelständische Betriebe bei der Besetzung ihrer Ausbildungsstellen mit in- und ausländischen jungen Menschen.
Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten:
- „Du und Deine Ausbildung = praktisch unschlagbar“
- Auf dem mehrsprachigen Informationsportal der Bundesregierung Make-it-in-Germany finden Sie weitere Lehrstellenbörsen der
Industrie- und Handelskammern, Angebote zu besonders nachgefragten Ausbildungen sowie den Lehrstellenradar der Handwerkskammer und andere interessante Informationen, die für die Ausbildung wichtig sind.
Wie lange dauert eine duale Ausbildung, welchen Abschluss bekomme ich und was sind die Voraussetzungen?
Formale und rechtliche Voraussetzungen
Der Ausbildungsvertrag ist die schriftliche Grundlage der dualen Ausbildung und regelt gemäß Berufsbildungsgesetz (BBiG) Rechte und Pflichten von Azubi und Betrieb. Er fixiert wesentliche Inhalte wie Ausbildungsdauer, Probezeit, Arbeitszeit, Vergütung und Urlaub. Er ist zwingend notwendig zur Rechtssicherheit und zum Schutz des Auszubildenden. Zudem ist er Voraussetzung für die Industrie- und Handelskammern (IHK) und die Handwerkskammern (HWK), die die Ausbildung überwachen und die Abschlussprüfungen abnehmen.
Formal sind für eine duale Ausbildung keine bestimmten Schulabschlüsse vorgeschrieben.
Grundsätzlich kann jede Person eine duale Ausbildung beginnen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Schulabschluss.
In der Praxis legen viele Betriebe jedoch Mindestanforderungen fest, zum Beispiel einen bestimmten Schulabschluss oder gute Noten in einzelnen Fächern.
Dauer der Ausbildung
Eine duale Ausbildung dauert je nach Beruf meist zwischen 2 und 3,5 Jahren.
Der Schulabschluss und die Leistungen während der Ausbildung können zu einer Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildungszeit führen.
Ausbildung im Betrieb
Azubis arbeiten in der Regel 3 bis 4 Tage pro Woche im Betrieb. Dort lernen sie die praktischen und handwerklichen Fertigkeiten. Die Inhalte sind im Ausbildungsrahmenplan festgelegt.
Ausbildung in der Berufsschule
Zusätzlich besuchen die Auszubildenden eine Berufsschule mit 8 bis 12 Unterrichtsstunden pro Woche.
Die Lehrpläne unterscheiden sich je nach Beruf und Bundesland. Der Unterricht umfasst fachtheoretische Inhalte sowie allgemeine Fächer wie Deutsch, Politik, Religion oder Sport.
Abschluss
Während der Ausbildung finden in der Regel zwei Prüfungen statt:
- eine Zwischenprüfung in der Mitte der Ausbildung
- eine Abschlussprüfung (im Handwerk: Gesellenprüfung)
Mit Bestehen der Abschlussprüfung ist die Ausbildung beendet.
Nach der Ausbildung
Nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung bestehen weitere Qualifizierungsmöglichkeiten, zum Beispiel Weiterbildungen, Zweitausbildungen oder ein Aufbaustudium. Im Handwerk kann unter anderem ein Meisterbrief erworben werden.
Wie lange dauert eine schulische Ausbildung, welchen Abschluss bekomme ich und was sind die Voraussetzungen?
Voraussetzungen
- Berufsfachschulen erwarten meist einen mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss).
- Für einige Berufe reicht auch ein Hauptschulabschluss aus.
- Für manche Ausbildungen ist ein Vorpraktikum erforderlich.
- Teilweise führen die Schulen zusätzlich Eignungstests durch.
Dauer der Ausbildung
Eine rein schulische Ausbildung dauert in der Regel zwischen 1 und 3 Jahren.
Betriebliche Praktika
Ein wichtiger Bestandteil schulischer Ausbildungen sind betriebliche Praktika.
Diese finden entweder an festen Tagen pro Woche oder als Blockpraktika über einen längeren Zeitraum statt.
Der theoretische Unterricht wird dabei durch drei oder mehr Praktika in verschiedenen Einrichtungen ergänzt. Besonders im Gesundheitswesen bestehen häufig Kooperationen mit Betrieben, teilweise sind die Schulen auch direkt an Krankenhäuser angeschlossen. Ziel ist es, das theoretische Wissen praktisch anzuwenden.
Abschluss
Nach 1 bis 2 Jahren an einer Berufsfachschule erwirbt man eine berufliche Grundbildung.
Bei einer Ausbildungsdauer von 2 bis 3 Jahren schließt man mit einer Berufsausbildung ab.
In der Regel erhalten Absolventinnen und Absolventen einen anerkannten Abschluss, zum Beispiel:
- Staatlich geprüfte*r Assistent*in für Informatik
- Staatlich geprüfte*r Betriebswirt*in
- Staatlich geprüfte*r Sozialassistent*in
Je nach Berufsfachschule und Bundesland kann während der schulischen Ausbildung auch der mittlere Schulabschluss (Realschulabschluss) oder die Fachhochschulreife (Fachabitur) nachgeholt werden.