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Projekte und Kooperationen

Die EU-Gleichbehandlungsstelle entwickelt und fördert Projekte. Diese Projekte erleichtern EU-Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland den Zugang zu Informationen, Beratung und ihren Rechten.

Ziel ist es, den Austausch zwischen Beratungsstellen zu stärken. Menschen sollen bei Fragen zu Arbeit, Sozialleistungen, Gesundheit oder Aufenthalt schnell die passende Beratung finden. Viele Angebote sind in mehreren Sprachen verfügbar.

Kompan – Digital Streetwork für EU-Zugewanderte

Das Projekt “Kompan – Digital Streetwork für EU-Zugewanderte" knüpft an die Erfahrungen des abgeschlossenen Modellprojekts „CADS – Community Advisors“ an. Es berät und informiert EU-Zugewanderte in den beteiligten Bundesländern über soziale Medien und digitale Plattformen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Fragen der beruflichen und gesellschaftlichen Integration.

Kompan ist eine Schwesterinitiative des Projekts „Nedim – Netzwerk digitale Migrationsberatung“. Nedim richtet sich an Menschen aus Drittstaaten und wird durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) gefördert. Während Kompan EU-Zugewanderte unterstützt, ergänzt Nedim die digitale Migrationsberatung für andere zugewanderte Menschen.
 

Social Media Streetwork – Mehrsprachige Erstinformation und Verweisberatung in sozialen Medien gegen Marginalisierung

Das Projekt Social Media Streetwork (SoMS) richtet sich an besonders benachteiligte neu zugewanderte EU-Bürgerinnen und EU-Bürger, ihre Familien sowie wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen. Über soziale Medien  erhalten sie erste Informationen und Hinweise auf passende Beratungsangebote.

Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege

Die EU-Gleichbehandlungsstelle und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) arbeiten zusammen, um die Rechte von EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern in Deutschland zu stärken. Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist es, Beratungsstellen mit rechtlichen Informationen und praktischen Hinweisen zu unterstützen.

Kooperation mit dem BMAS und BMEL zur Information von ausländischen Saisonarbeitskräften

Die EU-Gleichbehandlungsstelle hat gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine Informationskampagne für ausländische Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft umgesetzt. Die Kampagne informiert über wichtige Rechte bei der Arbeit.

Welche Informationen erhalten Saisonarbeitskräfte?

Die Kampagne informiert insbesondere über:

  • Arbeitsbedingungen,
  • Lohn und Mindestlohn,
  • Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit.

Bei konkreten Fragen oder Problemen verweist die Kampagne auf bestehende Beratungsangebote. Dazu gehören Faire Mobilität, die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sowie die Beratungsstellensuche der EU-Gleichbehandlungsstelle.

Die Informationen werden auf Polnisch, Rumänisch und Bulgarisch über soziale Medien verbreitet.

Zusammenarbeit mit dem Berliner Zentrum für Migration und Gute Arbeit

EU-Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben grundsätzlich die gleichen Rechte wie deutsche Beschäftigte. In der Praxis entstehen jedoch häufig Fragen oder Probleme bei der Durchsetzung dieser Rechte. Deshalb hat die EU-Gleichbehandlungsstelle gemeinsam mit dem Berliner Beratungszentrum für Migration und Gute Arbeit (BEMA) einen Praxisleitfaden entwickelt.

Praxisleitfaden für EU-Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Der Leitfaden erklärt anhand typischer Beispiele, wie Beschäftigte ihre Rechte durchsetzen können und welche Stellen ihnen helfen. Er richtet sich sowohl an Ratsuchende als auch an Beraterinnen und Berater.

Behandelt werden unter anderem folgende Themen:

  • Arbeiten ohne Meldeadresse,
  • ausstehender Lohn
  • Mindestlohn,
  • Arbeitszeit,
  • Arbeitsunfälle,
  • Leiharbeit,
  • Zwangsarbeit und Arbeitsausbeutung.

Der Leitfaden zeigt außerdem, welche Behörden und Beratungsstellen zuständig sein können und welche Unterlagen Beschäftigte benötigen, um ihre Ansprüche durchzusetzen.
Der „Praxisleitfaden für EU-ArbeitnehmerInnen in Deutschland – Ein Wegweiser für gute Arbeitsbedingungen und Gleichbehandlung“ ist online verfügbar. Er kann in 11 Sprachen genutzt werden und ist barrierefrei zugänglich. Damit unterstützt er EU-Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dabei, ihre Rechte in Deutschland besser zu verstehen und die passende Beratung zu finden.