EU-GS
Projekte und Kooperationen
Die EU-Gleichbehandlungsstelle entwickelt und fördert Projekte. Diese Projekte erleichtern EU-Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland den Zugang zu Informationen, Beratung und ihren Rechten.
Ziel ist es, den Austausch zwischen Beratungsstellen zu stärken. Menschen sollen bei Fragen zu Arbeit, Sozialleistungen, Gesundheit oder Aufenthalt schnell die passende Beratung finden. Viele Angebote sind in mehreren Sprachen verfügbar.
Kompan – Digital Streetwork für EU-Zugewanderte
Das Projekt “Kompan – Digital Streetwork für EU-Zugewanderte" knüpft an die Erfahrungen des abgeschlossenen Modellprojekts „CADS – Community Advisors“ an. Es berät und informiert EU-Zugewanderte in den beteiligten Bundesländern über soziale Medien und digitale Plattformen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Fragen der beruflichen und gesellschaftlichen Integration.
Kompan ist eine Schwesterinitiative des Projekts „Nedim – Netzwerk digitale Migrationsberatung“. Nedim richtet sich an Menschen aus Drittstaaten und wird durch den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) gefördert. Während Kompan EU-Zugewanderte unterstützt, ergänzt Nedim die digitale Migrationsberatung für andere zugewanderte Menschen.
Mehr zum Projekt
Kompan bietet aufsuchende Informationen und Beratung in sozialen Medien. Das Projekt ergänzt die bestehenden Migrationsberatungsangebote und verweist bei Bedarf an passende Beratungsstellen vor Ort. Die Beratung und Information erfolgen vor allem auf Bulgarisch, Deutsch, Polnisch und Rumänisch. Zu Fragen der beruflichen Integration stehen außerdem Angebote in weiteren Sprachen zur Verfügung.
Kompan arbeitet mit den beteiligten Bundesländern zusammen und unterstützt die Weiterentwicklung digitaler Methoden in der Migrationsberatung. Dazu gehören auch Informationskampagnen, Schulungen und der Austausch zwischen Beratungsstellen.
Das Projekt läuft vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Dezember 2027. Es wird von Minor – Projektkontor für Bildung und Forschung gemeinsam mit Minor – Digital umgesetzt.
Die Gleichbehandlungsstelle EU-Arbeitnehmer ist seit dem 1. Mai 2026 in das Projekt eingebunden.
Weitere Informationen finden Sie unter Kompan – Digital Streetwork für EU-Zugewanderte.
Social Media Streetwork – Mehrsprachige Erstinformation und Verweisberatung in sozialen Medien gegen Marginalisierung
Das Projekt Social Media Streetwork (SoMS) richtet sich an besonders benachteiligte neu zugewanderte EU-Bürgerinnen und EU-Bürger, ihre Familien sowie wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen. Über soziale Medien erhalten sie erste Informationen und Hinweise auf passende Beratungsangebote.
Mehr zum Projekt
SoMS nutzt soziale Medien, um Menschen zu erreichen, die Beratungsstellen sonst möglicherweise nicht aufsuchen. Dort erhalten sie Informationen und werden bei Bedarf an geeignete Beratungsstellen verwiesen. Das Projekt wird im Rahmen des Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen Plus (EhAP Plus) umgesetzt.
Das Projekt wird von Minor – Digital und der BAG W – Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. in den Jahren 2022 bis 2026 durchgeführt. Die EU-Gleichbehandlungsstelle fördert das Projekt.
Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege
Die EU-Gleichbehandlungsstelle und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) arbeiten zusammen, um die Rechte von EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern in Deutschland zu stärken. Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist es, Beratungsstellen mit rechtlichen Informationen und praktischen Hinweisen zu unterstützen.
Mehr zum Projekt: Materialien für Beratung und Praxis
„Zugang zum Gesundheitssystem für Unionsbürgerinnen und Unionsbürger, Angehörige des EWR und der Schweiz“ Die EU-Gleichbehandlungsstelle und die BAGFW haben zum Thema Krankenversicherung und Gesundheitsversorgung eine Broschüre für Beratungsstellen veröffentlicht: Zugang zum Gesundheitssystem für Unionsbürgerinnen und Unionsbürger, Angehörige des EWR und der Schweiz (nicht barrierefrei) [PDF, 5 MB] . Sie enthält rechtliche Grundlagen und praktische Hinweise.
Ergänzend stehen mehrsprachige Flyer für EU-Bürgerinnen und EU-Bürger zur Verfügung. Sie erklären zum Beispiel die Europäische Krankenversicherungskarte, den Zugang zur gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung, die Familienversicherung und den Umgang mit Beitragsschulden.
Zum Thema Familienleistungen steht außerdem die Broschüre Familienleistungen für Unionsbürgerinnen und Unionsbürger und ihre Angehörigen (nicht barrierefrei) [PDF, 3 MB] zur Verfügung. Sie enthält Informationen insbesondere zum Kindergeld und zu weiteren Familienleistungen.
Die EU-Gleichbehandlungsstelle und die BAGFW bieten außerdem kostenlose Online-Seminare an. Informationen zu aktuellen Terminen finden Sie im Newsletter der EU-Gleichbehandlungsstelle.
Kooperation mit dem BMAS und BMEL zur Information von ausländischen Saisonarbeitskräften
Die EU-Gleichbehandlungsstelle hat gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine Informationskampagne für ausländische Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft umgesetzt. Die Kampagne informiert über wichtige Rechte bei der Arbeit.
Welche Informationen erhalten Saisonarbeitskräfte?
Die Kampagne informiert insbesondere über:
- Arbeitsbedingungen,
- Lohn und Mindestlohn,
- Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit.
Bei konkreten Fragen oder Problemen verweist die Kampagne auf bestehende Beratungsangebote. Dazu gehören Faire Mobilität, die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sowie die Beratungsstellensuche der EU-Gleichbehandlungsstelle.
Die Informationen werden auf Polnisch, Rumänisch und Bulgarisch über soziale Medien verbreitet.
Zusammenarbeit mit dem Berliner Zentrum für Migration und Gute Arbeit
EU-Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben grundsätzlich die gleichen Rechte wie deutsche Beschäftigte. In der Praxis entstehen jedoch häufig Fragen oder Probleme bei der Durchsetzung dieser Rechte. Deshalb hat die EU-Gleichbehandlungsstelle gemeinsam mit dem Berliner Beratungszentrum für Migration und Gute Arbeit (BEMA) einen Praxisleitfaden entwickelt.
Praxisleitfaden für EU-Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
Der Leitfaden erklärt anhand typischer Beispiele, wie Beschäftigte ihre Rechte durchsetzen können und welche Stellen ihnen helfen. Er richtet sich sowohl an Ratsuchende als auch an Beraterinnen und Berater.
Behandelt werden unter anderem folgende Themen:
- Arbeiten ohne Meldeadresse,
- ausstehender Lohn
- Mindestlohn,
- Arbeitszeit,
- Arbeitsunfälle,
- Leiharbeit,
- Zwangsarbeit und Arbeitsausbeutung.
Der Leitfaden zeigt außerdem, welche Behörden und Beratungsstellen zuständig sein können und welche Unterlagen Beschäftigte benötigen, um ihre Ansprüche durchzusetzen.
Der „Praxisleitfaden für EU-ArbeitnehmerInnen in Deutschland – Ein Wegweiser für gute Arbeitsbedingungen und Gleichbehandlung“ ist online verfügbar. Er kann in 11 Sprachen genutzt werden und ist barrierefrei zugänglich. Damit unterstützt er EU-Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dabei, ihre Rechte in Deutschland besser zu verstehen und die passende Beratung zu finden.
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