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Startseite Recht bekommen Arbeitszeit und Arbeitsschutz

Fallbeispiele

Arbeitszeit und Arbeitsschutz

Ich arbeite in Deutschland oder möchte hier arbeiten. Ich möchte wissen, welche Arbeitszeiten erlaubt sind, welche Pausen ich machen muss und wie meine Gesundheit geschützt wird.

Fallbeispiel

Miklós kommt aus Ungarn und arbeitet in Deutschland als Lkw-Fahrer. Er hat sich bessere Arbeitsbedingungen erhofft.
Tatsächlich arbeitet er oft von 7 Uhr morgens bis 1 oder 2 Uhr nachts. Am nächsten Tag muss er wieder um 7 Uhr anfangen. Sein Arbeitgeber verlangt von ihm, bestimmte Tätigkeiten nicht als Arbeitszeit aufzuschreiben. Für Überstunden und Nachtarbeit bekommt er kein zusätzliches Geld. Auch Pausen kann er oft nicht einhalten. Sein Vorgesetzter macht Druck und droht ihm mit Kündigung. Seine Ruhezeiten sind zu kurz, und er ist erschöpft. Miklós weiß nicht, ob das erlaubt ist und wo er Hilfe bekommt.

Arbeitszeit und Arbeitsschutz – das gilt grundsätzlich

Für Beschäftigte wie Miklós gelten in Deutschland klare Regeln. Arbeitszeit ist die Zeit von Beginn bis Ende der Arbeit, ohne Pausen. Diese Regeln stehen im Arbeitszeitgesetz. Das Arbeitszeitgesetz legt fest, wie lange gearbeitet werden darf und wann Pausen und Ruhezeiten einzuhalten sind.

Der Arbeitsschutz umfasst alle Vorschriften, die die Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit schützen. Dazu gehören vor allem Regeln zu Arbeitszeiten, Pausen und Erholung.

In der Regel darf eine Person höchstens acht Stunden pro Tag arbeiten. Eine Verlängerung auf bis zu zehn Stunden ist möglich, wenn die Mehrarbeit später ausgeglichen wird. Im Durchschnitt darf die Arbeitszeit 48 Stunden pro Woche nicht überschreiten.

Wer mehr als sechs Stunden arbeitet, muss eine Pause einlegen. Nach dem Arbeitstag gilt eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden.

Für Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrer gelten zusätzliche Vorschriften, zum Beispiel zur sogenannten Lenkzeit. Die Lenkzeit ist die Zeit, in der ein Fahrzeug tatsächlich gefahren wird. Nach spätestens viereinhalb Stunden muss eine Pause eingelegt werden.

Im beschriebenen Fall werden diese Regeln nicht eingehalten.

Welche Stelle kann helfen?

Wenn eine Person in einer Situation wie im Beispiel unsicher ist oder Probleme hat, kann sie sich an verschiedene Stellen wenden. Diese Stellen bieten Informationen, Beratung und Unterstützung. Beratung gibt es häufig auch in der eigenen Muttersprache, insbesondere bei spezialisierten Beratungsstellen für mobile Beschäftigte aus anderen EU‑Staaten.

Wann Handlungsbedarf besteht

Wenn eine Person, wie Miklós im Beispielfall, regelmäßig zu lange arbeitet, keine ausreichenden Pausen bekommt oder unter Druck gesetzt wird, sollte sie handeln. Das gilt auch, wenn Arbeitszeiten falsch dokumentiert werden sollen oder Ruhezeiten nicht eingehalten werden.

In solchen Situationen ist es wichtig, die eigenen Arbeitszeiten zu dokumentieren und sich Unterstützung zu suchen. Alle Beschäftigten haben das Recht auf sichere und faire Arbeitsbedingungen. Diese Rechte gelten für alle Beschäftigten in Deutschland – auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus anderen EU‑Staaten.