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Zwangsarbeit und Arbeitsausbeutung in Deutschland

Ich arbeite in Deutschland oder möchte hier arbeiten. Deshalb ist es wichtig, meine Rechte zu kennen. Niemand darf zur Arbeit gezwungen oder bei der Arbeit ausgebeutet werden.

Fallbeispiel

Daniel aus Rumänien findet über eine Agentur Arbeit in Deutschland. Für die Vermittlung soll er 1.000 Euro bezahlen, die er später „abarbeiten“ soll. In Deutschland behält sein Arbeitgeber ihm die Unterlagen und Ausweisdokumente ein. Daniel arbeitet etwa zwölf Stunden pro Tag an sechs Tagen in der Woche. Er erhält keinen regelmäßigen Lohn und soll stattdessen angebliche Schulden zurückzahlen. Als er kündigen und seine Dokumente zurückhaben möchte, wird er bedroht. Er spricht kaum Deutsch, kennt seine Rechte nicht und sieht keinen Ausweg aus der Situation.

Daniels Situation zeigt typische Anzeichen von Menschenhandel, Zwangsarbeit oder Arbeitsausbeutung.  Von Arbeitsausbeutung spricht man, wenn Menschen unter unfairen und rechtswidrigen Bedingungen arbeiten müssen. Zwangsarbeit liegt vor, wenn Personen durch Drohungen, Täuschung oder andere Formen von Druck an der Arbeit festgehalten werden und die Arbeit nicht frei beenden können.

Eine Checkliste der Servicestelle gegen Arbeitsausbeutung, Zwangsarbeit und Menschenhandel kann helfen, solche Anzeichen zu erkennen:
Servicestelle: Indikatorenliste (Checkliste mit typischen Anzeichen von Arbeitsausbeutung und Zwangsarbeit)

Wenn Sie Anzeichen von Zwangsarbeit oder Arbeitsausbeutung erkennen, sollten Sie möglichst früh Hilfe suchen. Fachberatungsstellen können gemeinsam mit Ihnen prüfen, welche Rechte Sie haben und welche Stelle im konkreten Fall unterstützen kann. Das gilt für alle Beschäftigten in Deutschland – besonders für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus anderen EU-Staaten, die ihre Rechte hier noch nicht genau kennen.