Familie und Kinder

Familie und Kinder

Verschiedene staatliche Leistungen entlasten und unterstützen Familien. Zu den wichtigsten finanziellen Leistungen gehören etwa Kindergeld, Kinderzuschlag und Elterngeld.

1. Leistungen vor und nach der Schwangerschaft

Für (werdende) Mütter, die in Deutschland ihren Arbeitsplatz haben, gilt das Mutterschutzgesetz (MuSchG). Dieses Gesetzt schützt vor Gefahren am Arbeitsplatz und gibt ihnen einen besonderen Kündigungsschutz. So dürfen werdende Mütter in den letzten 6 Wochen vor der Geburt nur mit ihrer Einwilligung und bis zum Ablauf von 8 Wochen nach der Geburt gar nicht arbeiten. Bei Früh- und Mehrlingsgeburten dürfen die Mütter bis 12 Wochen nach der Geburt nicht arbeiten. Bei medizinischen Frühgeburten und bei sonstigen vorzeitigen Entbindungen verlängert sich die Mutterschutzfrist nach der Geburt um die Tage, die vor der Entbindung nicht in Anspruch genommen werden konnten. Außerdem verbietet das Gesetz bestimmte Arbeiten (zum Beispiel Akkord-, Fließband-, Mehr-, Sonntags- oder Nachtarbeit). Wenn ein Arzt ein individuelles Beschäftigungsverbot bescheinigt, dann gilt das ebenso.

Um die Frau in dieser Zeit vor finanziellen Nachteilen zu schützen, regelt das Mutterschutzgesetz verschiedene Mutterschaftsleistungen:

  • das Mutterschaftsgeld,
  • den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld während der Mutterschutzfristen,
  • das Arbeitsentgelt bei Beschäftigungsverboten außerhalb der Mutterschutzfristen (Mutterschutzlohn).

2. Kindergeld

Sie können deutsches Kindergeld für Ihre Kinder beanspruchen, wenn:

  • Sie Staatsangehöriger eines EU-Mitgliedstaates, Islands, Liechtensteins, Norwegens (EWR-Staaten) oder der Schweiz sind,
  • Sie in Deutschland einen Wohnsitz oder Ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben und somit unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig sind.

Wenn Sie nicht in Deutschland wohnen oder Ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, aber mindestens 90 % Ihres Einkommens in Deutschland erwirtschaften, können Sie auf Antrag beim Finanzamt als unbeschränkt einkommenspflichtig behandelt werden. Ein Anspruch kann auch bestehen, wenn Sie nicht in Deutschland wohnen oder Ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, aber in Deutschland beschränkt einkommenssteuerpflichtig sind, weil Sie hier sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.

Achtung: Während der ersten drei Monate nach Wohnsitzverlegung oder Begründung des gewöhnlichen Aufenthalts in Deutschland haben Sie keinen Anspruch auf Kindergeld, wenn Sie in dieser Zeit keine inländischen Einkünfte haben. Dazu zählt Einkommen aus Ihrer Arbeit (nicht-selbständig oder selbständig) oder Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 EStG).

Für einen Kindergeldanspruch müssen Sie freizügigkeitsberechtigt sein. Ein Freizügigkeitsrecht haben Sie, wenn Sie etwa einer Arbeit nachgehen (nicht-selbständig oder selbständig) oder Familienangehöriger eines EU-Staatsangehörigen sind (§ 2 Abs. 2 Nr. 1 oder § 2 Nr. 2-7 FreizügG/EU). Wenn Sie nicht erwerbstätig sind, ist erforderlich, dass Sie über ausreichenden Krankenversicherungsschutz und ausreichende Existenzmittel verfügen. Mehr zum Aufenthalts- und Freizügigkeitsrecht erfahren Sie hier.

Achtung: Wenn sich Ihr Freizügigkeitsrecht ausschließlich aus dem Zweck der Arbeitsuche ergibt (§ 2 Abs. 2 Nr. 1a FreizügG/EU), besteht kein Anspruch auf Kindergeld. Dies gilt nur dann nicht, wenn Sie sich vor Beginn der Arbeitsuche bereits aufgrund eines anderen Freizügigkeitsrechts in Deutschland aufgehalten haben, z.B. weil Sie vorher bereits gearbeitet haben. In diesem Fall besteht auch für Arbeitsuchende ein Anspruch auf Kindergeld.

Kindergeld erhalten Sie in der Regel für Kinder bis zum 18. Geburtstag. Dazu gehören:
•    leibliche und adoptierte Kinder,
•    Stiefkinder,
•    Pflegekinder,
•    Enkelkinder.

Wenn das Kind älter als 18 Jahre ist, können Sie Kindergeld nur unter bestimmten Voraussetzungen erhalten. Mehr dazu in den FAQs.

Achtung: Wenn Ihre Familie in einem anderen EU-Land lebt, muss zunächst geklärt werden, welches Land für die Zahlung von Kindergeld zuständig ist. Es kann sein, dass Sie Teilleistungen in unterschiedlichen EU-Ländern erhalten. Das hängt von Ihrer Familiensituation ab. Erfahren Sie hier mehr zu grenzüberschreitenden Fällen.

Der Antrag auf Kindergeld ist von dem Elternteil, bei dem das Kind lebt, bei der Familienkasse zu stellen. Das Kindergeld beträgt für das erste und zweite Kind jeweils 219 Euro im Monat, für das dritte Kind 225 Euro und für jedes weitere Kind jeweils 250 Euro.

Achtung: Ab Antragseingang zahlt Ihnen die Familienkasse Kindergeld rückwirkend nur für die vergangenen 6 Monate.

Mehrsprachige Informationen zum Kindergeld erhalten Sie auf dem Familienportal. Mehrsprachige Formulare zur Antragstellung finden Sie auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit. Es besteht auch die Möglichkeit, einen online-Kindergeldantrag zu stellen (nur auf Deutsch).

Tipp: Das mehrsprachig abrufbare Video „Das Kindergeld“ informiert zu den wichtigsten Punkten.

3. Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag nach § 6a Bundeskindergeldgesetz (BKGG) unterstützt Eltern, deren monatliches Einkommen nicht ausreicht, den Bedarf der Familie vollständig zu decken. Der Kinderzuschlag  beträgt maximal 209 Euro monatlich je Kind und deckt zusammen mit dem Kindergeld und ggf. Wohngeld den durchschnittlichen Bedarf von Kindern. Wer den Kinderzuschlag erhält, hat außerdem Anspruch auf Leistungen für Bildung und Teilhabe und ist von Kitagebühren befreit.

Eltern haben Anspruch auf Kinderzuschlag für ihre Kinder, wenn

  • die Kinder unter 25 Jahre alt und nicht verheiratet sind oder sich nicht in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft befinden,
  • im Haushalt der Eltern leben,
  • für diese Kinder Kindergeld oder eine Leistung bezogen wird, die das Kindergeld ausschließt,
  • die monatlichen Einnahmen der Eltern die Mindesteinkommensgrenze von 900 Euro brutto für Elternpaare und 600 Euro brutto für Alleinerziehende erreichen,
  • der Bedarf der Familie durch die Zahlung von Kindergeld, Kinderzuschlag und gegebenenfalls zustehendem Wohngeld gedeckt wird und deshalb kein Anspruch auf Arbeitslosengeld II entsteht.

Achtung: Eine bislang geltende fixe Höchsteinkommensgrenze gilt seit dem 1. Januar 2020 nicht mehr!

Weitere Hinweise zum Kinderzuschlag und zu Antragstellung  finden Sie auf dem Familienportal.

Tipp: Das mehrsprachig abrufbare Video „Der Kinderzuschlag“ informiert zu der Leistung, die Eltern mit kleinem Einkommen unterstützt.

4. Sofortzuschlag und Kinderbonus 2022

Mit dem Sofortzuschlag in Höhe von 20 Euro monatlich möchte die Bundesregierung ab Juli 2022 insbesondere von Armut betroffene Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unterstützen, die Anspruch auf folgende Leistungen haben:

  • Leistungen nach dem Zweiten oder Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB II oder SGB XII),
  • Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz,
  • Ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt oder
  • Kinderzuschlag.

Die Auszahlung erfolgt automatisch über die jeweils zuständigen Ämter – d. h. die Jobcenter und die Familienkassen. Ein Antrag ist nicht erforderlich. Mehr Informationen dazu erhalten Sie bei der Bundesagentur für Arbeit.

Der Kinderbonus ist eine Zusatzzahlung in Höhe von einmalig 100 Euro. Ziel des Kinderbonus ist es, Eltern und Familien – bedingt durch die aktuellen Preissteigerungen - zusätzlich zu entlasten. Der „Kinderbonus 2022“ wird ab Juli 2022 für jedes Kind gezahlt, das in mindestens einem Monat des laufenden Jahres Anspruch auf Kindergeld hat. Auch im Jahr 2022 geborene Kinder profitieren also davon. Der Bonus wird unabhängig von Sozialleistungen gewährt.

Der Kinderbonus und der Sofortzuschlag sind Teil des „ Zweiten Entlastungspakets 2022“ der Bundesregierung.

5. Elterngeld

Das Elterngeld ist eine finanzielle Unterstützung für Familien nach der Geburt eines Kindes. Das Elterngeld fängt einen Teil des fehlenden Einkommens auf, wenn Sie nach der Geburt für Ihr Kind da sein wollen und Sie deshalb Ihre berufliche Arbeit unterbrechen oder einschränken. Für Elterngeld müssen Sie nicht zwingend Elternzeit nehmen, dürfen aber nur eingeschränkt arbeiten.

Der Anspruch auf Elterngeld besteht, wenn das Kind seinen Wohnsitz in Deutschland hat oder ein Elternteil in Deutschland beschäftigt ist bzw. war. Elterngeld kann beziehen, wer

  • in den beantragten Elterngeldmonaten nicht mehr als 32 Stunden pro Woche arbeitet,
  • das Kind selbst betreut und erzieht,
  • mit dem Kind in einem Haushalt lebt und
  • seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat.

Das Elterngeld müssen Sie bei Ihrer lokalen Elterngeldstelle beantragen. Die für Sie zuständige Elterngeldstelle finden Sie hier.

Tipp: Unter EltergeldDigital können Sie den Elterngeldantrag auch online stellen. Das Online-Portal steht nur auf Deutsch zur Verfügung.

Entsprechend den Bedürfnissen der Eltern, bieten die Regelungen zum Elterngeld unterschiedliche Modalitäten an.

Das Basiselterngeld während der ersten 14 Lebensmonate des Kindes beträgt 65 % bis 100 % je nach dem Nettoeinkommen vor der Geburt. Je niedriger das Einkommen, desto höher der Prozentsatz. Es beträgt maximal 1.800 Euro monatlich.

Väter und Mütter können es insgesamt für maximal 14 Monate erhalten und den Zeitraum frei untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann dabei mindestens 2 und höchstens 12 Monate für sich in Anspruch nehmen. Die vollen 14 Monate gibt es, wenn beide Eltern an der Betreuung des Kindes beteiligt sind. Alleinerziehende können die vollen 14 Monate Elterngeld beziehen. Wenn das Kind 6 Wochen oder noch früher vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt kommt, bekommen die Eltern bis zu vier Monate länger Elterngeld.

Eltern, die sich Berufstätigkeit und Familienarbeit teilen, werden besonders durch das ElterngeldPlus und den Partnerschaftsbonus unterstützt. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Tipp: Das mehrsprachig abrufbare Video „ Das Elterngeld“ informiert zu der Leistung, die bei Eltern durch die Kinderbetreuung fehlendes Einkommen ausgleicht.

6. Elternzeit

Die Elternzeit ist ein Anspruch der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber, die ihre Arbeit gewöhnlich in Deutschland verrichten, sowie für Arbeitnehmer/innen, die im Ausland tätig sind, wenn das Arbeitsverhältnis deutschem Recht unterliegt. Mit der Elternzeit können Sie Ihre Erwerbstätigkeit  unterbrechen oder Ihre Arbeitszeit verkürzen, um sich um Ihr Kind zu kümmern. Wenn Sie Elternzeit nehmen, sind Sie von der Arbeit freigestellt. Sie erhalten kein Arbeitsentgelt. Allerdings können Sie in der Zeit unter den oben genannten Voraussetzungen Elterngeld erhalten.

Achtung: Während der Elternzeit können Sie nicht gekündigt werden. Das Arbeitsverhältnis ruht lediglich und Sie haben Anspruch, auf Ihre Arbeitsstelle zurückzukehren.

Um Elternzeit zu bekommen, müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Mehr dazu in den FAQs.

7. Kinderbetreuung

Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr haben einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte (auch als Kindergarten oder „Kita“ bezeichnet) oder in einer Kindertagespflege (bei einer „Tagesmutter“ oder einem “Tagesvater“). Dieser Anspruch auf Betreuung des Kindes gilt von seinem 1. Geburtstag bis zur Einschulung.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch ein Kind unter 1 Jahr einen Betreuungs-platz bekommen (z.B. wenn die Eltern arbeiten, arbeitsuchend sind oder eine Ausbildung absolvieren).

Eltern können wählen, ob ihr Kind in einer Kindertagesstätte oder von einer Tagesmutter/Tagesvater betreut werden soll. Um einen Betreuungsplatz zu bekommen, müssen Sie einen Antrag beim zuständigen Jugendamt stellen.

Viele Jugendämter in Deutschland stellen entsprechende Formulare und Informationen sowie einen Überblick über die anfallenden Betreuungskosten im Internet bereit. Die Jugendämter bieten auch eine persönliche Beratung für die Eltern an und unterstützen sie bei der Suche nach einem geeigneten Betreuungsplatz.

Tipp: Wenn Sie Ihr Kind betreuen lassen möchten, müssen Sie es frühzeitig anmelden. Die Betreuungsplätze sind meist wegen der großen Zahl interessierter Eltern schnell vergeben. Viele warten mehrere Monate auf einen Betreuungsplatz. Erkundigen Sie sich am besten so früh wie möglich nach freien Plätzen.

Die Betreuung in einer Kindertagesstätte ist insbesondere für die Sprachkenntnisse Ihres Kindes sehr förderlich. Für Kinder und Jugendliche, die mit einer anderen Muttersprache als Deutsch aufwachsen, gibt es im Kindergarten und in der Schule besondere Sprachförderangebote in Deutsch.

In allen Bundesländern finden bereits im Kindertagesstätten (spätestens vor der Einschulung) Sprachtests statt, um festzustellen, ob das Kind noch weiteren Deutschunterricht benötigt. Damit wird sichergestellt, dass ein Kind dem Unterricht folgen kann.

Tipp: Für den schulischen Erfolg Ihres Kindes ist es wichtig, dass es gut Deutsch spricht. Nutzen Sie deshalb die Sprachförderangebote! In einigen Bundesländern ist die Teilnahme an Deutschförderangeboten für diejenigen Kinder verpflichtend, bei denen erkannt wurde, dass die Deutschkenntnisse nicht ausreichen. Informationen über die Angebote zur Deutschförderung erhalten Sie direkt im Kindergarten oder in der Schule Ihres Kindes sowie von der Migrationsberatung und den Jugendmigrationsdiensten.

Nähere Informationen können Sie erhalten vor Ort:

  • Stadt-, Gemeinde-, Kreisverwaltung: Jugendämter
  • Familienberatung
  • Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer
  • Kindertageseinrichtungen (viele Kitas bieten zum Beispiel einen „Tag der offenen Tür“, wo man an festen Terminen die Kita anschauen und sich mit dem pädagogischen Konzept vertraut machen kann. Diese Tage der offenen Tür werden meist auf den Webseiten der Kitas angekündigt.)

8. Bildungs- und Teilhabepaket

Insbesondere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe erhalten oder deren Eltern den Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen, haben grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf Bildungs- und Teilhabeleistungen. Diese umfassen:

  • eintägige Schul- und Kitaausflüge,
  • mehrtägige Klassenfahrten,
  • die Ausstattung mit persönlichem Schulbedarf mit 150 Euro pro Schuljahr,
  • die Fahrten zur Schule,
  • angemessene Lernförderung,
  • einen Zuschuss zu gemeinschaftlichen Mittagessen sowie
  • Leistungen zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft (Sport, Musik, Freizeit).

Die Bildungs- und Teilhabeleistungen sind bei den zuständigen kommunalen Stellen des jeweiligen Bundeslandes zu beantragen. Hier erfahren Sie, wo Sie die Leistungen bei Ihnen vor Ort beantragen können.

9. In welchem Land bekomme ich Familienleistungen?

Familienleistungen, wie zum Beispiel in Deutschland Kindergeld oder Elterngeld, gibt es in allen EU-Ländern, jedoch bestehen je nach Land große Unterschiede im Hinblick auf Ihre Ausgestaltung und Höhe.

Oft stellt sich die Frage, welches Land für die Zahlung von Familienleistungen zuständig ist. Das hängt von der Situation Ihrer Familie ab.

  • Wenn Ihre Familie in dem Land lebt, in dem Sie arbeiten, ist dieses Land für die Zahlung von Familienleistungen zuständig. Sie erhalten unter den gleichen Bedingungen und in gleicher Höhe Familienleistungen wie die Staatsangehörigen dieses Landes.
  • Wenn Ihre Familie nicht in dem Land lebt, in dem Sie arbeiten, haben Sie möglicherweise in mehreren Ländern Anspruch auf Leistungen. Wenn Sie in mehreren Ländern berechtigt sind, Familienleistungen zu erhalten, entscheiden Prioritätsregeln welches Land vorrangig zahlt. Wenn die Familienleistungen in dem anderen Land höher sind, können Sie in diesem Land die Differenz einfordern.

Beispiel: Ein Elternteil arbeitet in Deutschland, der andere Elternteil arbeitet in Polen und lebt dort mit dem gemeinsamen Kind. Dann besteht sowohl in Polen als auch in Deutschland ein Anspruch auf Kindergeld. Polen zahlt in dem Fall das polnische Kindergeld, weil das Kind in Polen lebt. Da das polnische Kindergeld niedriger ist als das deutsche Kindergeld, zahlt Deutschland die Differenz. Insgesamt bekommen Sie also so viel Kindergeld, wie in dem Land mit den höheren Leistungen. 

Einen guten Einblick verschafft das Video zu Kindergeld in grenzüberschreitenden Fällen (verfügbar auch auf Englisch und Polnisch). Auf der Internetseite der Familienkasse finden Sie auch das Merkblatt für Kindergeld in grenzüberschreitenden Fällen. In dem Merkblatt gibt es Hinweise zu den für Sie zuständigen Familienkassen.

10. Videos zu Familienleistungen

Wer Kinder hat, verdient die Unterstützung des Staates. Doch so vielfältig die Familien sind, so unterschiedlich sind auch die Leistungen und steuerlichen Freibeträge, die sie benötigen. Dieser Film erklärt die familienpolitischen Leistungen Kindergeld, Kinderzuschlag und Unterhaltsvorschuss sowie Freibeträge für Kinder und den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende.

Das Video wurde unter der Creative Commons Lizenz by-nc-nd/3.0/ veröffentlicht. Es darf für nicht-kommerzielle Zwecke unverändert und mit Nennung des Urhebers "Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration" weiterverbreitet und veröffentlicht werden.

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